Ehemaliger Chamer Landrat Max Fischer gestorben - Tragischer Unfall 2009
Tod einer Galionsfigur

Max Fischer, ehemaliger Landrat von Cham und Staatssekretär, ist gestorben. Archivbild: mp
Archiv
Cham
14.07.2015
41
0
(nt/az) Angefangen hat alles mit einer Kuh, die sich bei Furth im Wald 1960 über die Grenze verirrte. Damals trennte noch der Eiserne Vorhang Europa, das politische Klima war eisig. Hüben und drüben herrschte Schweigen. Was, wenn diese Kuh nicht die Seiten gewechselt hätte? Dann hätte es keinen Max Fischer gebraucht, der ihre Rückführung ermöglichte. Gegen jeden Widerstand führte er als damaliger Chamer Landrat Gespräche mit der tschechoslowakischen Seite. Das brachte ihm im Nachgang den Titel als "heimlicher Außenminister" ein. Wie am Montag bekanntwurde, ist Fischer am Wochenende im Alter von 88 Jahren gestorben.

"Er war der Erste, der Löcher in den Eisernen Vorhang gerissen hat, als von einer Wende noch gar keine Rede war", erinnert sich Theo Zellner, einer seiner Nachfolger als Chamer Landrat. Von 1962 bis 1986 saß Fischer im bayerischen Landtag, im Mai 1977 wurde er Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen.

Am 5. April 2009 wurde es von einem Tag auf den anderen still um die einstige Galionsfigur der CSU, geboren 1928 als Bauernsohn in Altenmarkt. An diesem Tag fuhr der studierte Jurist mit seinem blauen Mercedes in eine Sitzbank am Steinmarkt in Cham. Eine Frau starb bei dem Unfall, fünf weitere Passanten wurden verletzt. Danach gab Fischer seinen Führerschein ab - und verschwand gänzlich von der Bildfläche. Max Fischer hinterlässt seine Frau Hildegard, die Tochter Michaela und Sohn Max-Peter.
Weitere Beiträge zu den Themen: Themen des Tages (14863)Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.