Münchner Secession
Ausstellung im Cordonhaus in Cham

Anjalie Chaubal von der Städtischen Galerie Cordonhaus in Cham vor einem Star ihrer aktuellen Austellung: dem Damenbild von Gabriele Münter. Bilder: Wolke (4)
Kultur
Cham
02.01.2016
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Karin Andersen (links) lehnt sich hier eigenwillig an traditionelle Madonnenbilder an. Ein Werk aus der Anfangszeit: die altbayerische Bauernmagd von Herrmann Gröber.

Die "Münchner Secession" war vor mehr als 100 Jahren ein Vorreiter künstlerischer Unabhängigkeit. Eine Ausstellung in Cham beleuchtet diese Entwicklung und zeigt außerdem: Innovativ sind auch die heutigen Vertreter der Künstlervereinigung.

Von Susanne Wolke

In einer Sache ist Cham der Metropole München voraus. Die Secession - und zwar die Münchner - stellt hier zum allerersten Mal ihr gesamtes Spektrum aus. Soll heißen: im Cordonhaus in der Oberpfalz gibt es einen bisher einzigartigen Überblick der landeshauptstädtischen Künstlervereinigung von deren Anfängen bis zur Gegenwart.

Konkret bedeutet dies: ein Parcours durch die mittlerweile mehr als 100 Jahre andauernde Entwicklung der Münchner Secession anhand von Werken ihrer Mitglieder. Das Spektrum reicht dabei vom Landschaftsbild aus der Hand Adolf Hölzels bis hin zur Lichtstele von Christian Wichmann.


Über 70 Werke


"Abstrakte und gegenständliche Malerei, konkrete Kunst, Bildhauerei, Karikatur, Pop Art - es ist alles dabei." So zählt es Anjalie Chaubal auf. Die Leiterin der Städtischen Galerie im Cordonhaus hat die Ausstellung für Cham organisiert. "Münchner Secession. Tradition & Gegenwart" lautet der Titel der Schau. Die mehr als 70 Werke sind aufgeteilt in zwei Räume: einer für die Arbeiten der aktuellen Mitglieder der Münchner Secession. Und einer für die Helden der Anfangszeit.

Als solche kann man die Begründer der Münchner Secession durchaus bezeichnen. Künstlerpersönlichkeiten wie Fritz von Uhde, Franz von Stuck oder Lovis Corinth zählen heute zu den wichtigen Vertretern der Klassischen Moderne. 1892 schlossen sie und andere Kollegen sich zusammen. Als "Münchner Secession" verfolgten sie ein erklärtes Ziel: der Kunstszene ihrer Heimatstadt eine neue Richtung zu geben. Und zwar mittels der Überwindung akademischer Zwänge und ausstellungstechnischer Einschränkungen.


Eine Vorreiterrolle


Die Münchner Fraktion hatte dabei eine Vorreiterrolle inne. Andere Abspaltungen der herkömmlichen Kunstszene - denn genau das ist mit dem Wort "Secession" gemeint - folgten erst später. Bedeutende secessonistische Künstlervereinigungen in Darmstadt, Dresden, Berlin und auch Wien schlossen sich erst nach den Münchnern zusammen.

Die Ausstellung "Tradition und Moderne" im Cordonhaus blickt zurück zu den Anfängen der Secession", erklärt Anjalie Chaubal das Konzept ihrer Schau. Eine Auswahl an Werken soll diese Epoche schlaglichtartig in Erinnerung rufen. Ein Damenbildnis von Gabriele Münter gehört ebenso dazu wie Radierungen Alfred Hrdlickas sowie eine Studie zu den heiligen drei Königen von Fritz von Uhde. Die Arbeiten stammen aus der Sammlung, die die Münchner Secession seit 1905 aufgebaut hat.

Die Münchner Secession in Cham zu zeigen ist für Chaubal nicht abwegig. Schon häufiger hat die Städtische Galerie im Cordonhaus mit der Künstlervereinigung zusammengearbeitet. Die aktuellen Vertreter der Münchner Secession sind auch in dieser Schau dabei.

"Die Arbeiten der gegenwärtig 72 Mitglieder stehen im Dialog mit den frühen Werken der Münchner Secession", erklärt Anjalie Chaubal. Auf die klassischen Stücke der Sammlung folgen also Erzeugnisse der Gegenwart.

Spannender Bogen


Gemälde, Fotografien, Installationen und Karikaturen zeigen dabei klar an: Die Münchner Secession vereint noch immer eine Bandbreite verschiedenster künstlerischer Positionen. Mitglieder wie Klaus Dieckhoff, Debora Kim oder Konrad Loder werden diesem grundsätzlichen Anspruch der Münchner Secession gerecht.

"Die Ausstellung in Cham ermöglicht einen umfangreichen Einblick in die aktuelle Künstlerlandschaft der Münchner Secession und schlägt einen spannenden Bogen zu ihren Anfängen", fasst es Anjalie Chaubal zusammen. Mit der kombinierten Schau hat Cham eine Vorreiterrolle inne. Ebenso wie einst die Münchner Secession selbst mit ihrer Gründung.

ServiceAusstellung: "Münchner Secession. Tradition & Gegenwart". Bis 10. Januar 2016 in der Städtischen Galerie .

Ort: Cordonhaus Cham, Propsteistraße 46.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und Feiertage von 14 bis 17 Uhr sowie Donnerstag von 14 bis 19 Uhr.

Informationen : Telefon 09971/803496. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

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Weitere Informationen im Internet:

www.cordonhaus-cham.de

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