Tschechen bummeln gerne hier

Wirtschaft
Cham
28.02.2015
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Von wegen arme Nachbarn: Tschechische Kunden kaufen jährlich für rund 95 Millionen Euro in der Oberpfalz ein.

(nt/az/jrh) "Tschechische Kunden - Chancen für Handel und Tourismus" lautet der Titel einer aktuellen IHK Regensburg-Studie, die sich auf Analysen der BBE Handelsberatung stützt. Die westböhmischen Nachbarn lassen beim Einkauf oder bei der Freizeitgestaltung in der Oberpfalz beim Einzelhandel die Kassen klingeln - rund 95 Millionen Euro bleiben in der Grenzregion.

Etwa 53 Millionen Euro, also gut die Hälfte des Umsatzes, entfallen auf den Landkreis Cham. Insbesondere die Städte Furth im Wald und Cham punkten durch günstige Verkehrsanbindung und breites Einzelhandelsangebot. Erfreulich für die Innenstädte: Nicht nur die Fachmarkzentren profitieren, sondern auch Fachgeschäfte und Gastronomiebetriebe in der Innenstadt.

Qualität überzeugt

Die tschechischen Shopper geben an, dass sie bei ihrem Oberpfälzer Einkaufsbummel vor allem die Qualität des Angebots schätzen. Besonders beliebt: Lebensmittel- und Drogeriewaren, aber auch Schuhe und Bekleidung. Bei den touristischen Attraktionen stehen vor allem Feste und Märkte, Stadtbummel sowie die Erlebnisbäder und Thermen hoch im Kurs. Entsprechend positiv bewerten die tschechischen Besucher das hiesige Tourismusangebot.

Noch Luft nach oben habe das Gastronomie- und Freizeitangebot. Nach Ansicht der Beratungsfirma jedoch weniger ein Angebots- als vielmehr ein Informationsdefizit. Die Informationskanäle der tschechischen Kunden zu kennen, sei deshalb für Marketingstrategien in der Oberpfalz ausgesprochen wichtig. Über 60 Prozent der tschechischen Kunden würden ihren Besuch in Deutschland via Internet oder Mundpropaganda vorbereiten.

Mehr als die Hälfte der Westböhmen nutzen das bayerische Einzelhandels- und Freizeitangebot noch nicht. "Dieses Potenzial gilt es durch gezielte Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen sowie eine Willkommenskultur in der gesamten Dienstleistungskette von der Ortseinfahrt bis hinein in den Laden, die Gaststätte, das Hotel oder die Freizeiteinrichtungen anzusprechen", resümiert IHK-Handelsexperte Matthias Segerer. "Die Akzeptanz von Kreditkarten oder das Schnüren von Kombipaketen für Einkauf und Freizeit sind nur zwei von vielen weiteren Handlungsempfehlungen, die innerhalb eines Workshops mit Experten aus Einzelhandel und Tourismus erarbeitet wurden.
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