100 000-Euro-Forderung per Brief gestellt - Bei der Geldübergabe wartet die Polizei
Fußballer unter Erpressungsverdacht

Symbolbild: dpa
Schwandorf. (tib) Er witterte offenbar das große Geld, steht aber jetzt im Abseits: Ein Fußballer versuchte anscheinend, einen Mann aus dem näheren Umfeld eines Schwandorfer Fußballvereins um viel Geld zu erpressen. Bei der Übergabe in einem Park in Regensburg gab es aber keine Scheine, sondern wartende Polizisten.

Wie sich der Sachverhalt derzeit darstellt, erhielt der Betroffene Anfang September einen Brief. Absender war ein Spieler. Offen ist noch die Frage, ob es sich um einen aktiven oder ehemaligen Kicker des Clubs handelte. Die Forderung in dem Schreiben: 100 000 Euro, verbunden mit der Drohung an die Öffentlichkeit zu gehen. Wie genau diese Drohung formuliert war, ist noch unklar.

Freundin vorausgeschickt

Diesen Sachverhalt bestätigte die Staatsanwaltschaft Regensburg in Person von Pressesprecher Theo Ziegler gestern auf Nachfrage des NT. Der Betroffene habe sich daraufhin an die Polizei gewendet. Der mutmaßliche Erpresser wiegte sich scheinbar in Sicherheit, es wurde ein Termin für die Geldübergabe vereinbart. Sie sollte in einem Stadtpark in Regensburg über die Bühne gehen. Dort aber griff dann die Polizei zu. Sie traf laut Ziegler hier die Freundin des Fußballers an, die er scheinbar zum vereinbarten Treffpunkt geschickt hatte.

Nicht in U-Haft

Nähere Details über den Sachverhalt konnte die Staatsanwaltschaft am gestrigen Tag noch nicht bekanntgeben, nachdem die polizeilichen Ermittlungen gerade erst abgeschlossen wurden und die Akten derzeit auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft sind. In Untersuchungshaft wanderten aber weder der Fußballer noch seine Freundin. Wie Ziegler sagte, lägen gegen die beiden keine Haftgründe wie Verdunklungs- oder Fluchtgefahr vor. "Das ist zwar kein Pappenstiel, aber aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist kein Haftgrund ersichtlich", teilte er in einem Telefonat mit dem NT mit. Es gehe zwar um Erpressung mit einem empfindlichen Übel, aber es sei zum Beispiel keine Gewalt angedroht worden. "Das", unterstrich Ziegler, "wäre juristisch schwerer wiegend".

Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft vermutete, dass die Ermittlungen noch wenige Monate dauern, bevor über eine Anklage entschieden wird.
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