1,5 Millionen Euro für den Schießl-Stadl
Aus Dornröschenschlaf gerissen

Mit der Ruhe im ehemaligen kurfürstlichen Wagenhaus ist es jetzt vorbei. Diese Woche begannen die Vorbereitungen für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Am Freitag, 17. Oktober, ist offizieller Startschuss. Der Schießl-Stadl ist fast 400 Jahre alt. Dort soll künftig das Stadtarchiv untergebracht werden. Der Um- und Neubau kostet insgesamt etwa 6,3 Millionen Euro. Bild: Steinbacher
Amberg. (roa) Seit neun Jahren gehört das ehemalige kurfürstliche Wagenhaus der Stadt Amberg. Eine lange Zeit. Dem Gebäude am Paulanerplatz hat der Stillstand vermutlich am wenigsten ausgemacht.

Immerhin bringt der Schießl-Stadl, wie er auch genannt wird, selbst schon fast 400 Jahre mit. Jetzt ist es vorbei mit der Ruhe. Weil unter anderem das Stadtarchiv dort einziehen soll, wird das denkmalgeschützte Objekt umgebaut. Auch ein flacher Neubau für weitere Räume entsteht im Innenhof. Dafür begannen diese Woche die Vorbereitungen.

"Derzeit wird in einem Spezialverfahren der Untergrund und das Fundament stabilisiert", informierte Pressesprecherin Susanne Schwab. Rundherum werde aufgegraben, um Fugen zu verfestigen, neuen Zement einzubringen und so die Statik zu sichern." Schwab verwies auf Freitag, 17. Oktober, den Tag des offiziellen "Hamerschlags". Dann gehe es richtig los. Im aktuellen Haushalt der Stadt Amberg sind 1,5 Millionen Euro für die Maßnahme eingeplant.

Insgesamt wurde der Ausbau des Kulturguts zu Beginn der Planungen auf rund fünf Millionen Euro geschätzt. Heuer im März musste noch einmal nachjustiert werden: Das Baureferat berechnete 6,3 Millionen Euro. Die Kostensteigerungen wurden durch zusätzliche Nebenkosten angegeben. Die teilweise asbesthaltigen Dämmmaterialien der Kühl- und Lagerräume aus der ehemaligen Brauereinutzung seien zu entfernen, eine statische Sanierung der Gebäudegründungen nötig und der Bau einer sogenannten Gas-Löschanlage unbedingt erforderlich, so Baureferent Markus Kühne in der Sitzung des Hauptausschusses im März. Unterdessen platzt das Stadtarchiv mittlerweile aus allen Nähten.

Im Haus an der Zeughausstraße sei man an der Kapazitätsgrenze angelangt, verdeutlichte Leiter Dr. Johannes Laschinger bereits 2011 bei einem Besuch der CSU-Fraktion. Hinzu kam nach seinen Worten das Problem, dass das Archiv bei Hochwasser oft größter Überschwemmungsgefahr ausgesetzt ist.
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