21 Tote bei Anschlag in Tunis - Offenbar mindestens ein Deutscher unter den Opfern
Urlauber im Visier

Sicherheitskräfte beziehen Stellung am Ort des Anschlags in der tunesischen Hauptstadt. Bild: dpa
Bei einem blutigen Terroranschlag auf das Nationalmuseum im Herzen von Tunis sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer stammten aus Deutschland, Polen, Italien und Spanien, sagte der tunesische Ministerpräsident Habib Essid am Mittwoch in der Hauptstadt Tunis. Ob es sich um einen oder mehrere getötete Deutsche handelt, sagte er nicht. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich zurückhaltend dazu geäußert. Er könne das nicht ausschließen, sagte Steinmeier am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. "Gewissheit haben wir darüber noch nicht", fügte er aber hinzu.

Täter in Uniformen hätten 19 Menschen getötet, darunter 17 Touristen, erklärte Essid. Auch zwei Attentäter seien umgekommen. Laut Essid wurden auch 44 Menschen verletzt, darunter 22 Touristen. Nach drei Terroristen werde noch gefahndet. Bewaffnete hatten am Mittag auf dem Platz, an dem das Bardo-Museum und das Parlament liegen, mit Schnellfeuergewehren um sich geschossen. Dabei kamen nach ersten Angaben des tunesischen Innenministeriums acht Menschen um - darunter sieben ausländische Urlauber.

Essid sagte, die Täter hätten vor dem Museum willkürlich auf Touristen gefeuert und sie bis in das Museum verfolgt. Dort nahmen die Bewaffneten dann zahlreiche Urlauber als Geiseln. Die meisten der etwa 100 Besucher, die sich zum Zeitpunkt des Überfalls im Museum aufhielten, hätten jedoch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können, hatte das Innenministerium schon vorab mitgeteilt. Präsident Béji Caïd Essebsi erklärte, ein "riesiges Unglück" habe Tunesien heimgesucht. "Wir müssen mit einer Generalmobilmachung beginnen und die Terroristen endgültig ausschalten", sagte er bei einem Besuch von Verletzten im Krankenhaus.
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