30 Asylbewerber leben seit ein paar Wochen in Steinberg am See
Gemeinde startet breit angelegte Hilfsaktion

Andrijana Iasari (links) aus Serbien fühlt sich in der neuen Umgebung sehr wohl. Vermieter Manfred Kimmerl (Zweiter von rechts) unterstützt sie, wo er kann. Bild: rid
Steinberg am See. (rid) Sie kommen aus Äthiopien und Eritrea, aus Syrien und dem Irak, aus Serbien und Albanien. 30 Asylbewerber leben seit ein paar Wochen in Steinberg am See und verteilen sich auf zwei Wohnhäuser an der Fischbacher Straße und der Steinbruchstraße. Jetzt startet die Dorfgemeinschaft eine breit angelegte Hilfsaktion für ihre Neubürger.

50 Bewohner folgten am Montagabend dem Aufruf von Bürgermeister Harald Bemmerl und kamen zur Besprechung ins Pfarrheim. Mit dabei war auch Manfred Kimmerl, der Besitzer der beiden Anwesen, die zuvor ausländische Arbeiter bewohnt hatten. Als sie ausgezogen waren, meldete sich Manfred Kimmerl beim Landratsamt und bekam 30 Flüchtlinge zugeteilt.

Zu ihnen gehört auch Andriana Iasari aus Serbien, die sich im komplett eingerichteten Haus in der Fischbacher Straße sehr wohl fühlt. Sie fährt mit dem Bus nach Schwandorf und kauft in der "Tafel" ein.

"Das Nötigste haben sie", sagt Manfred Kimmerl. Er ist seinen Mietern behilflich bei der Alltagsbewältigung und hält auch Kontakt zu Dolmetschern. Die Kinder spielen vor dem Haus oder auf dem angrenzenden Bolzplatz Fußball und erkunden den Ort mit dem Rad. Gemeinderätin Silvia Kaindl hat inzwischen mit den Asylbewerbern Kontakt aufgenommen und ausfindig gemacht, welche Schuh- und Konfektionsgröße die Kinder haben und welche Schul- und Spielsachen sie brauchen. "Wir wollen gezielt für sie sammeln", sagte Silvia Kaindl bei der Versammlung. Die Leute sollten "nicht ihren Hausmüll entsorgen", sondern "gute Sachen spenden, die benötigt werden".

Bürgermeister Harald Bemmerl wird eine Liste auf die Homepage der Gemeinde stellen. Wer helfen möchte, kann die Spenden gleich im Haus in der Fischbacher Straße 17 abgeben. Manfred Kimmerl will sich um die Verteilung kümmern. Er hofft, dass er für die Kinder "noch zwei, drei Fahrräder" bekommt.

Der Bürgermeister möchte außerdem ein Spendenkonto zur finanziellen Unterstützung der Flüchtlinge einrichten. Er ist ferner auf der Suche nach Paten, die sich der Familien annehmen. Kommenden Montag ist das nächste Treffen. Dann wollen die Steinberger ihre neuen Nachbarn persönlich kennenlernen. Manfred Kimmerl hat versprochen, zumindest einen Teil von ihnen ins Pfarrheim mitzubringen.
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