31 Wolfsrudel in Deutschland

Diese Wölfin säugt ihre beiden Jungen hinter Zäunen - im Tierpark Sababurg in Hessen. Jenseits der Zäune nimmt die Zahl der frei lebenden Wölfe wieder zu, nachdem das Raubtier einst fast ausgerottet war. Bild: dpa

Das Deutschland-Comeback von "Canis lupus" begann im Jahr 2000 mit einem aus Polen eingewanderten Wolfspärchen in der Oberlausitz. Heute gibt es wieder Rudel und Paare in sechs Bundesländern.

Die Zahl der Rudel in Deutschland nimmt 15 Jahre nach der Rückkehr der lange ausgerotteten Raubtiere kontinuierlich zu. Wie die Biologin Ilka Reinhardt vom Lupus-Institut für Wolfsmonitoring und -forschung sagte, wurden nach den aktuellsten Zahlen für 2014/15 bundesweit 31 Rudel sowie acht Wolfspaare registriert. Das waren mehr als im Monitoring-Jahr 2013/14, als 25 Wolfsrudel, 8 Paare und 3 sesshafte Einzelwölfe gezählt wurden.

350 Tiere insgesamt

Die Gesamtzahl der Wölfe in Deutschland wird von Experten auf etwa 350 geschätzt. Die erstmals im Jahr 2000 aus Polen über die Grenze gekommenen Tiere leben inzwischen in allen ostdeutschen Ländern und in Niedersachsen. Auch in südlichen Bundesländern könnten sich aus dem Alpenraum kommende Wölfe bald wohlfühlen, sagte Reinhardt. Sie stehen eigentlich unter Artenschutz - allerdings starben 15 Prozent der 109 tot aufgefundenen Wölfe, die das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Berlin) in den vergangenen Jahren untersuchte, durch "illegale Tötung" - sie wurden also abgeschossen.

"Null Angriffe"

Spaziergänger gruselt es bei dem Gedanken, das große Raubtier im Wald zu treffen. Dieses Jahr kam es vermehrt zu solchen Begegnungen. Auch Landwirte und Schäfer fürchten den Wolf: In betroffenen Regionen hätten Kollegen "aufgerüstet", um sich wehren zu können, sagt Knut Kucznik von der AG Herdenschutzhunde, einem bundesweiten Zusammenschluss von Weidetierhaltern. "Wir Hirten sind nicht gegen den Wolf, sondern für unsere Tiere", betonte der Brandenburger als Experte vor dem Bundestags-Umweltausschuss.

Ilka Reinhardt lehnt den Abschuss von Wölfen aus wissenschaftlicher Sicht ab. Vor dem Ausschuss sagte die Lupus-Wissenschaftlerin, auch für die These, mit der Erlaubnis zur Bejagung steige die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung, gebe es keine Belege. "Die Koexistenz von Wolf und Mensch ist auch in Deutschland machbar", meint der Naturschutzbund (Nabu). Sein Experte Markus Bathen bilanziert: "Die Anzahl von Angriffen innerhalb von 15 Jahren Wölfe in Deutschland: null."
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.