550 Kämpfer nach Syrien und Irak gereist - Verfassungsschutz warnt vor Anschlägen
60 Deutsche für IS gestorben

Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen spricht von Engpässen bei der Überwachung von zurückkehrenden IS-Kämpfern. Bild dpa
In Syrien und im Irak sind inzwischen mindestens 60 deutsche Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Neun von ihnen starben bei Selbstmordanschlägen, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen der "Welt am Sonntag". Mittlerweile seien mindestens 550 Islamisten aus Deutschland ins Kampfgebiet gereist. Anschläge drohten aber auch hierzulande. "Es besteht eine gewisse Gefahr", warnte er.

Im Irak und in Syrien beherrschen die sunnitischen Dschihadisten weite Landstriche und terrorisieren in ihrem selbst ausgerufenen Kalifat Minderheiten und Andersgläubige. Ihre Streitmacht wird auf Zehntausende von Kämpfern geschätzt.

Maaßen warnte, inzwischen seien mindestens 180 IS-Kämpfer nach Deutschland zurückgekehrt. Die Behörden behielten sie im Blick, könnten sie aber nicht rund um die Uhr bewachen. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen, Arnold Plickert, sagte: "Da laufen tickende Zeitbomben durch die Gegend." Die rasant gestiegene Zahl gefährlicher Islamisten hierzulande überfordere die Sicherheitsbehörden. "Für die 24-Stunden-Überwachung eines Gefährders brauchen wir 25 Kollegen. Das ist illusorisch, dazu sind wir nicht in der Lage." Hamburgs Verfassungsschutzchef Torsten Voß sagte dem "Spiegel", Terrorgefahr gehe auch von Islamisten aus, die für den "Islamischen Staat" (IS) kämpfen wollen, aber von der Polizei an der Ausreise gehindert werden. Beispiele gebe es aus Kanada und Australien.

Erst am Freitag hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) berichtet, die deutschen Behörden hätten rund 230 Gefährder im Visier. "Das sind Menschen, von denen nicht auszuschließen oder sogar wahrscheinlich ist, dass sie einen Anschlag planen. Mit Umfeld reden wir dann über 1000 Leute."
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