619 Verkehrstote in Bayern
Niedrigster Stand seit 1954

Bild: Unger (Archiv)
 
Grafiken: Polizei
München. (dpa) Die Zahl der Verkehrstoten in Bayern hat einen historischen Tiefstand erreicht. 2014 starben nach Auskunft des Bayerischen Innenministeriums 619 Menschen bei Unfällen, 61 weniger als im Jahr zuvor. «Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Verkehrsunfallaufzeichnungen vor 60 Jahren», sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München.

Hauptursachen für tödliche Unfälle sind nach wie vor zu hohe Geschwindigkeit und Missachtung der Vorfahrt. Als besonders gefährlich gelten Landstraßen: Zwei Drittel der getöten Autofahrer waren dort verunglückt. Mit einem Blitzmarathon Mitte April und verstärkten Geschwindigkeitskontrollen will der Freistaat die Sicherheit auf den Straßen weiter erhöhen. Ziel sei, die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2020 auf unter 550 im Jahr zu senken.


In der Oberpfalz gingen die Gesamtunfallzahlen und die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden im vergangenen Jahr erneut leicht zurück. Auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz kamen im vergangenen Jahr so wenige Menschen ums Leben, wie noch nie seit Einführung der Statistik im Jahr 1954. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kindern war erneut rückläufig. Die Bilanz bei den Verkehrsunfällen unter Drogen- oder Alkoholeinfluss fällt positiv aus. In beiden Bereichen verzeichnet die Polizei Rückgänge.

Verkehrsunfallentwicklung

Die Gesamtzahl der registrierten Verkehrsunfälle in der Oberpfalz sank von 31.736 auf 31.648. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank von 4401 im Jahr 2013 auf nunmehr 4392 im vergangenen Jahr. Die Zahl der Verkehrstoten hingegen fiel auf einen historischen Tiefstand. 61 Menschen starben im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen auf den Straßen der Oberpfalz.




Schulwegunfälle und Unfälle mit verletzten Kindern

Der letzte tödliche Schulwegunfall liegt neun Jahre zurück. Auch 2014 kam kein Kind bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern hat im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz im vergangenen Jahr um 11,3 Prozent auf 276 abgenommen.

Verletzt wurden im abgelaufenen Jahr 292 Kinder, im Jahr 2013 waren es noch 342. Dies stellt einen Rückgang um 14,6 Prozent dar. Führt man den Langzeitvergleich mit dem Jahr 2005 ins Feld, liest sich die Statistik noch positiver. Die Zahl von Verkehrsunfällen mit Kindern gingen in diesem Zeitraum um 26,4 und die der verletzten Kinder um 27,5 Prozent zurück.


Alkoholunfälle

Auch im Bereich der Alkoholunfälle setzte sich der positive Trend des letzten Jahres fort. Wurden im Jahr 2013 noch 444 Unfälle dieser Art registriert, waren es für 2014 insgesamt 427. In 190 Fällen wurden Personen verletzt. Dies ist im Vergleich zum Jahr 2013 ein Rückgang um 5,9 Prozent. Acht Personen wurden getötet, in 2013 waren es neun.


Drogenunfälle

Die Bilanz bei Verkehrsunfällen unter Drogeneinfluss fällt besser als im Vorjahr aus. 25 Autofahrer verursachten Unfälle unter Drogeneinfluss. Dies sind 21,9 Prozent weniger als 2013.


Geschwindigkeitsunfälle

Insgesamt hat die Polizei im Verlauf des Jahres 2014 1018 Verkehrsunfälle registriert, bei
denen die Geschwindigkeit die Unfallursache war. 2013 waren es noch 1162. Während 2013 noch 21 Personen bei Geschwindigkeitsunfällen starben, ging die Zahl 2014 auf 9 Personen zurück. Auch bei den Verletzten reduzierte sich die Zahl deutlich, von 740 im Jahr 2013 auf 647 im abgelaufenen Jahr.


Verkehrsunfälle mit Beteiligung von „jungen Erwachsenen“

Bei den sogenannten "jungen Erwachsenen" handelt es sich um Personen im Alter von 18 bis
24 Jahren. Auch in diesem Bereich setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort. So sank die Zahl um 5,7 Prozent auf 2986.


Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren

Bei Senioren spricht die Polizei von Personen ab dem 65. Lebensjahr. Die Zahl der Unfälle
lag mit 2024 etwas über der Zahl von 2013. Hier waren es 2012. 15 Senioren erlitten
tödliche Verletzungen, 2013 waren es noch 20.


Unfälle mit Fahrradfahrern

Die Zahl der Unfälle an denen Fahrradfahrer beteiligt waren, ging 2014 um 1 Prozent auf
871 zurück. Die Zahl der getöteten Radler sank von sechs auf fünf. 773 Radler trugen Verletzungen davon. 2013 waren es noch 804, ein Rückgang um 3,9 Prozent.





Den höchsten Anteil an den Hauptunfallursachen stellten im vergangenen Jahr Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren mit 12,7 Prozentdar. Zu hohe Geschwindigkeit und Alkoholeinfluss sind lediglich in 3,7 Prozent die Unfallursache. Trotz dieses relativ kleinen Anteils wurden dennoch 17 Personen (Geschwindigkeit: 9, Alkohol: 8) getötet. Dies bedeutet, dass nahezu jeder 3. Verkehrstote ein Opfer dieser Unfallursachen wurde. Aus diesem Grund wird das Polizeipräsidium Oberpfalz seine Anstrengungen zur Bekämpfung, Aufklärung und Überwachung dieser Deliktsbereiche fortsetzen.
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