70 Jahre Haft für Todesschützen

Der Schock und die Trauer nach Direns Tod waren groß. Mit einem Transparent gedachte sein Fußballverein SC Teutonia 1910 in Hamburg des 17-Jährigen. Bild: dpa

Der Tod des Hamburger Gastschülers Diren hat für Entsetzen gesorgt. Nun steht das Strafmaß für den verurteilten Täter fest.

Der Todesschütze des Hamburger Austauschschülers Diren D. ist zu 70 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Strafmaß verkündete Richter Ed McLean für den wegen vorsätzlicher Tötung verurteilten Markus K. am Donnerstag in Missoula im US-Staat Montana.

K. stand in seiner orangefarbenen Häftlingsuniform zwischen seinen Verteidigern und entschuldigte sich in einer kurzen Stellungnahme für seine Tat. "Ich habe getan, was ich für nötig hielt, um meine Familie und mich selbst zu schützen", sagte er, ehe er mit Fußfesseln von Sicherheitsbeamten abgeführt wurde.

"Sie sind wütend auf die Welt, und das ist offensichtlich an Ihrem Verhalten, an der Sprache, die Sie verwenden", sagte Richter McLean. "Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, in der Menschen wie Sie nicht überreagieren." Der heute 30-Jährige stelle eine zu große Bedrohung dar. Einen Antrag auf ein neues Verfahren lehnte McLean am Donnerstag ab. Die ersten 20 Jahre kann K. auch keinen Antrag auf Bewährung stellen. K. hatte Diren im April 2014 erschossen, nachdem dieser nachts in seine Garage eingedrungen war. Die Geschworenen in dem Prozess meinten, er habe den Jugendlichen in eine Falle gelockt und kaltblütig hingerichtet. Die Verteidigung hat dagegen auf Notwehr plädiert.

Direns Vater, der mit seinem Rechtsvertreter angereist war, reagierte zurückhaltend. "Ich bin nicht glücklich", sagte Celal D. "Er lebt. Er geht ins Gefängnis, aber er lebt. Mein Sohn ist tot", sagte er mit Blick auf K. Auch die Gasteltern des erschossenen Teenagers äußerten sich in emotionalen Bemerkungen vor Gericht.
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