75 Prozent der Bauwerke betroffen
An den Brücken nagt der Rost

"Noch ausreichender Zustand" mit Tendenz zu "kritisch" erkannten die Prüfer in der Bahnhofstraße, wo ebenfalls 2014 saniert wird. Bild: ge
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Deutschland und die Welt
15.11.2013
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Sulzbach-Rosenberg. (ge) Sie verbinden, was zusammengehört: Ohne Brücken wäre die Herzogstadt komplett zweigeteilt. Den Erl- bzw. Rosenbach überspannen rund 40 Bauwerke. Leider sind sie zu drei Vierteln teils stark sanierungsbedürftig, was den Stadthaushalt in den nächsten Jahren mächtig belasten wird. Jetzt ging es im Stadtrat ums Sanierungskonzept.

Bereits 2010 hatte das Büro Umwelt- und Tiefbau-Ingenieure Amberg (UTA) die Hauptprüfung an den städtischen Brückenbauwerken übernommen. Daraus entstand auch eine Klassifizierung der Bauwerksschäden nach Dringlichkeitsliste.

837 000 Euro schon verbaut

Darin sind die 40 Brücken der Stadt in vier Kategorien eingeteilt: Sechs Bauwerke wiesen einen befriedigenden Zustand auf, 18 einen noch ausreichenden, 15 gar einen kritischen und eine Brücke, der Fußgängersteg über den Rosenbach hinter der Flei in Rosenberg, erhielt damals die Note "Ungenügend". Inzwischen sind zwei der kritischen Kandidaten durch einen Neubau ersetzt bzw. fast ersetzt: In Erlheim entstand für rund 360 000 Euro ein Neubau, ein solcher wächst auch neben der Kläranlage an der Fürstenmühle (Kosten rund 477 000 Euro).

Wichtigste ist gemacht

"Die vordringlichsten Brückenneubauten wegen zu geringer Tragfähigkeit sind damit realisiert worden", erklärte Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn in der Sitzung.

Die Schäden an den Bauwerken sind vielfältiger Art: Meist ist Wasser schuld, das durch Risse in der Oberfläche in die Fundamente oder andere Teile eindringt und dort Schäden verursacht, vor allem bei Frost. Aber auch Korrosion oder Schäden an Holzbrücken sind allgegenwärtig.

Daraus ergebe sich, so die Prüfer in der Stadtratssitzung, dass immerhin 75 Prozent der städtischen Brücken "noch ausreichend bis kritisch" einzustufen seien. Daraus errechnete man bereits im Jahr 2010 einen Finanzierungsbedarf bis 2016 von insgesamt etwa 1,06 Millionen Euro - eine Menge Geld.

Was wird nun als nächstes in Angriff genommen? Fünf Projekte stehen auf der Liste für 2014. Die Planer Rainer Rubenbauer und Stefan Pöhlmann stellten sie vor:

Durchlass Kleinfalzer Mühlbach, Kosten 3500 Euro

Durchlass Seidersberg/Erlbach (Teilneubau) Kosten 51 500 Euro

Lerchenfeldstraße über DB-Gleise (Oberfläche) Kosten 55 000 Euro

Bahnhofstraße über Rosenbach (Oberfläche) Kosten 42 500 Euro

Frommstraße über Spitzerbach (Verwerfungen) Kosten 36 500 Euro

Ein "dicker Brocken" kommt dann 2015 auf die Stadt zu: der Neubau der Brücke am Erlheimer Weg über den Erlbach. Rund 425 000 Euro darf der Kämmerer dafür schon mal bereitstellen. Denn auch diese Konstruktion steht bereits in der Kategorie "kritischer Zustand"...
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