80- bis 100-jährige Buchen sterben plötzlich ab - Bohrlöcher an knapp 20 Bäumen
Unbekannter lässt Bäume sterben

An gut 20 Buchen und einigen Fichten findet man solche Löcher - in die genau ein Zehner-Holzbohrer hineinpasst. (Bild: bö)
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Deutschland und die Welt
12.08.2015
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Von Dreistigkeiten, die man nicht länger hinnehmen kann, spricht Waldbesitzer Leonhard Ehrensberger. Vom Baumfrevel betroffen sind alte Waldbestände, die noch sein Vater gepflanzt hat. (Bild: bö)
Hohenburg. (bö) Seltsame Dinge passieren derzeit in Hohenburg, am Fuße des Martinsberges auf Höhe der Hammermühlstraße: 80- bis 100-jährige Buchen werfen auf einmal ihre Blätter ab und sterben ab.

Die beiden betroffenen Privatwaldbesitzer, Leonhard Ehrensberger und Konrad Dieling, sowie Forstamtmann Armin Armbruster in Vertretung des Bundesforsts sind der Sache nachgegangen - und haben seltsame Entdeckungen gemacht: Sie haben an knapp 20 Buchen und einigen Fichten Bohrlöcher gefunden.

Buchen werfen Laub ab

Bemerkt hat dieses mysteriöse Baumsterben zunächst einer der betroffenen Privatwaldbesitzer, beim Frühstück auf der Terrasse seines Anwesens: "Da ist uns aufgefallen, dass einige unserer großen Buchen die Blätter abwerfen. Das ist uns dann komisch vorgekommen." Zunächst rätselte man, ob es wohl an der Trockenheit der vergangenen Wochen liegen könnte - oder ob es sich um einen Befall mit Waldschädlingen handelt.

Doch die Ursache ist eine ganz andere: Bei einer Begehung der Waldgebiete entdeckten die Besitzer in gut 20 Buchen und einigen Fichten Bohrlöcher auf Bodenhöhe. Da diese weder von einem Käfer noch von einem anderen Insekt stammen, war den Betroffenen schnell klar: In die gleich großen Löcher passt genau ein Zehner-Holzbohrer hinein.

Untersuchung folgt

Lange waren die Besitzer in ihren Forstbeständen links und rechts des Hohlweges hinauf zum Martinsberg unterwegs, auf der Suche nach weiteren Bohrlöchern. Diese Bäume haben sie jetzt alle markiert. Etliche Exemplare wurden sogar mehrmals angebohrt - doch offenbar nicht nur das: Es sieht so aus, als ob in diese Löcher auch etwas injiziert worden ist. Was, das soll jetzt eine Untersuchung ergeben.

Dass die Bäume ohne jegliches Zutun dort absterben, das "kann man jemandem erzählen, der seine Hose mit der Beißzange anzieht", merkte Leonhard Ehrensberger erbost und auch sichtlich betroffen an. Markträtin Regina Armbruster zeigte sich beim Anblick der sterbenden Bäume ebenfalls bestürzt: "Da verspricht sich doch irgend jemand, einen Vorteil daraus zu schlagen - oder es ist ein Wirrkopf, der so etwas macht."

20 Festmeter betroffen

"Das sind unsere schönsten Bäume in unserem Waldgrundstück, die mein Vater noch vor dem Ersten Weltkrieg angepflanzt hat", erzählt der 80-jährige Hohenburger Leonhard Ehrensberger. Wie Revierförster Armbruster von den Bundesforsten festgestellt hat, sind es gut und gerne 20 Festmeter Buchenholz, die nun "wohl jetzt nur noch als Brennholz zu verwerten sind".

Wegen der Hanglage dürfte auch eine Bergung der Bäume schwierig werden. "Da braucht man schon einen großen Schlepper mit Seilwinde, um die Stämme, teilweise mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern und mehr, auf einen befahrbaren Weg bergwärts zu ziehen. Da kommen schnell einmal mehr als 2000 Euro Aufarbeitungskosten zusammen", hat Revierförster Armin Armbruster überschlagen.

Jetzt will man der Sache auf den Grund gehen. Und Anzeige erstatten, damit diesem Frevel ein Ende gesetzt wird. Denn natürliche Ursachen hat das Baumsterben in nur einem bestimmten Bereich am Fuß des Martinsberges wohl nicht. Alle Betroffenen sind sich da einig: Hier wurde von Menschenhand nachgeholfen.

Aber von wem? Diese Frage sollen nun die Ermittlungsbehörden beantworten.
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