Ab heute planmäßige Abfahrt

Ein Servicetechniker der Deutschen Bahn ist nach einem Brand in einem Kabelschacht entlang einer Bahnlinie in Bremen mit der Reparatur einiger verschmorter Leitungen beschäftigt. Unbekannte hatten hier die Abdeckung entfernt und in dem Kabelschacht Feuer gelegt. Dadurch kam es zu einer Unterbrechung des Zugverkehrs. Bild: dpa

Erst der Bahnstreik, dann Brandanschläge. Der Zugverkehr in Norddeutschland ist am Wochenende stark eingeschränkt gewesen. Auch Handy-Nutzern machten die Anschläge zu schaffen.

Neben dem Streik der Lokführer haben auch Brandanschläge am Wochenende zu starken Beeinträchtigungen im Zugverkehr geführt. Nach Bahn-Angaben fuhr am Sonntag im Fernverkehr in Norddeutschland nur jeder dritte Zug, im niedersächsischen Regionalverkehr nur jeder zweite. Unbekannte Täter hatten am Samstag Anschläge auf Kabelschächte an Bahnstrecken im niedersächsischen Bad Bevensen, in Bremen und im brandenburgischen Karstädt verübt.

Handy-Nutzer betroffen

Betroffen waren nicht nur Bahn-Kunden, sondern auch Handy-Nutzer. Weil in den Kabelschächten auch Mobilfunkleitungen liegen, konnten laut Vodafone knapp 70 000 Kunden des Unternehmens im Großraum Bremen und Oldenburg am Samstag stundenlang nicht telefonieren.

Von heute an sollen die Züge der Deutschen Bahn in Norddeutschland wieder planmäßig rollen. "Für morgen sieht es gut aus, so dass wir dann wieder zu 100 Prozent Gas geben", sagte eine Sprecherin am Sonntag. Am Wochenende waren die Züge in den norddeutschen Bundesländern nur nach einem Notfahrplan gefahren.

Zu den Anschlägen bekannten sich im Internet autonome Gruppen. Sie wollten mit der Sabotage nach eigenen Angaben an den Tod eines Franzosen bei einem Castor-Transport aus dem französischen La Hague ins Atommüll-Zwischenlager Gorleben vor zehn Jahren erinnern. Wegen der Feuer fielen die Stellwerke in Hamburg, Kiel und Lübeck, die Signalanlagen sowie der Funkverkehr zu den Zügen für mehrere Stunden aus. Die Lokführer mussten langsamer fahren und sich über Handy verständigen. Die Anlagen in Bad Bevensen und Bremen konnten nach Angaben der Bahn-Sprecherin zwar schon am Samstagabend wieder repariert werden. Allerdings konnte der am Samstag eingeführte Notfahrplan nicht so schnell wieder rückgängig gemacht werden. Auch Nachwirkungen des zu Ende gegangenen Lokführer-Streiks beeinträchtigten den Verkehr.

Ermittlungen aufgenommen

Der Schaden im brandenburgischen Karstädt bei Wittenberge war am Sonntag noch nicht behoben. "Einzelne Ersatzteile müssen noch beschafft werden", sagte die Sprecherin. Auf der Strecke Berlin-Hamburg kam es demnach zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten, weil die Züge nur langsam am Brandort vorbeifahren konnten. Die Schäden in Karstädt sollten im Laufe des Montags behoben werden.

Nach der Veröffentlichung des Bekennerschreibens hatten Staatsschutzabteilungen der Landespolizei die Ermittlungen von der Bundespolizei übernommen. In Brandenburg wurde eine eigene Ermittlungsgruppe beim Landeskriminalamt gebildet. Auch die Staatsanwaltschaft Lüneburg nahm Ermittlungen auf.
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