Abhauen macht mehr Sinn, weil das Leben mehr wert ist als alles andere - Diskussion beim ...
"Man fühlt sich nicht mehr sicher"

In der Diskussion nach dem Vortrag "Sicher wohnen" hatten die Zuhörer viele Fragen an die Polizeibeamten. Vor allem ging es um landwirtschaftliche Anwesen, die oft im Außenbereich liegen, um große Maschinen und Geräte, im Maschinen- und Gerätehallen, die immer wieder das Ziel von Einbrechern sind. "Man fühlt sich im eigenen Haus nicht mehr sicher", sagte eine Betroffene. Werner Schönfelder, Chef der Polizeiinspektion Tirschenreuth, verwies darauf, dass immer wieder Täter geschnappt würden, gerade durch die vermehrten Hinweise aus dem Grenzraum Mähring. "Wir können nicht überall sein, aber Sie sind vor Ort. Sie wissen, dass ein Auto nicht in den Gemeindebereich passt." Schönfelder bat deshalb: "Rufen Sie an bei uns. Sie werden ernst genommen, das verspreche ich Ihnen." "Was passiert, wenn ich einen Einbrecher erwische und ihm mit dem Baseballschläger eins drüberziehe", wollte jemand wissen.

Gewalt erzeugt Gewalt

Ein juristisch schwieriges Thema, auch wenn es den "Notwehr-Paragraphen" gibt, so Kriminalhauptmeister Dieter Melzer. "Es kann auch zur Notwehrüberschreitung kommen, zu schweren Verletzungen, dann haben Sie ein großes Problem." Melzner warnte: Gewalt erzeugt mehr Gewalt. Am besten sei es, wenn man den Einbrecher nicht sieht. "Abhauen macht mehr Sinn, weil die Gesundheit und das Leben mehr wert sind als alles andere!" Er riet davon ab, Waffen einzusetzen, egal ob Messer, Pfefferspray oder Baseballschläger. "Der Einbrecher kann es Ihnen abnehmen und gegen Sie einsetzen."

Bürgermeister Josef Schmidkonz, der auch seine beiden Stellvertreter und einige Markträte zur Präventionsveranstaltung begrüßen konnte, bedankte sich Namens der Gemeinde bei den Beamten, die zum Thema "Sicher Wohnen" einen sehr interessanten Vortrag hielten und viele Tipps und Ratschläge gaben. Gerade in den Grenzlagen sei das ein Thema, weil immer wieder Einbrüche stattfinden. "Sogar in Häuser, wo oben die Leute schlafen oder der Besitzer mit Bauhofarbeitern gerade beim Essen ist." Weitere Ziele waren unter anderem der gemeindliche Bauhof, Vereinsheime, Hallen und Scheunen, die Niklaskirche oder bereits mehrfach die St. Anna-Kirche.

Gegen Vorurteile

Schmidkonz freute sich, dass so viele Zuhörer gekommen waren, auch wenn er sich angesichts des Themas noch mehr Besucher erwartet hätte. Bei den alljährlichen Sicherheitsgesprächen der Polizei mit den Bürgermeistern sei festzustellen, dass vermehrt in Grenzgemeinden Einbrüche stattfinden. "Doch es sind sicher nicht immer Täter aus dem Nachbarland'", warnte der Bürgermeister vor weit verbreiteten Vorurteilen.
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