Abschied von Malanda

Die Verwandten des vor zehn Tagen verunglückten belgischen Fußballers Junior Malanda trugen Trikots seines Vereins VfL Wolfsburg. Bild: dpa

Letzte Ehre für Junior Malanda: Bei einer bewegenden Trauerfeier nahmen Wegbegleiter Abschied von dem belgischen Fußballprofi. Malanda war erst 20 Jahre alt, als er bei einem Autounfall ums Leben kam.

Zehn Tage nach seinem Tod haben Mitspieler des VfL Wolfsburg, Angehörige und Fans Junior Malanda die letzte Ehre erwiesen. Rund 1500 Menschen kamen am Dienstag zur Trauerfeier nach Brüssel. Bei der bewegenden Zeremonie lag ein Herz aus Blumen zu Ehren des Fußballers auf dem weißen Sarg, davor ein Porträtfoto sowie ein Jersey seines ehemaligen Clubs SV Zulte Waregem. Dicht gedrängt bis auf die Altarstufen standen die Menschen in der monumentalen Nationalbasilika.

"Es war ein sehr schwerer Gang für uns alle", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs. "Junior zu verabschieden, hat sehr weh getan. Aber es war uns allen wichtig und ein großes Bedürfnis, ihm die letzte Ehre zu erweisen." Der Bundesligist war mit einer großen Delegation angereist, die auch an der Beisetzung auf dem wenige Kilometer entfernten Friedhof Sint-Agatha-Berchem teilnahm. Auf dem weißen Trauerband am VfL-Kranz aus Margeriten stand: "Für immer in unseren Herzen". Allofs und einige Spieler mussten sich während der Trauerfeier Tränen aus dem Gesicht wischen. Belgiens Nationalspieler und Wolfsburger Teamkamerad Kevin de Bruyne war schon 20 Minuten vor der Trauerfeier gekommen. Minutenlang saß er gedankenverloren und mit verschränkten Armen in den leeren Reihen.

Internationale Trauer

Die Trauer, die der Unfalltod des Talents nicht nur in dem kleinen Land ausgelöst hat, wurde schon an den Blumengestecken, Kränzen, Fotos von Malandas Team aus Kindertagen und Fanschals vor der Kirche deutlich. Einige Gäste trugen Wolfsburg-Trikots, viele hatten ein kleines Schwarz-Weiß-Foto von Malanda an die Kleidung geheftet.

Man nehme Abschied "in der Kirche, in die Malanda als Kind mit seinen Eltern gegangen ist", sagte der Priester. Gleich zu Beginn sang ein Gospelchor, Sänger tanzten klatschend um den Sarg. Familie und Freunde hielten bewegende Ansprachen in mehreren Sprachen. "Du hast jeden Einzelnen von uns berührt. Du warst so fürsorgend", sagte eine Angehörige. Der deutsche Fußball will am ersten Rückrunden-Spieltag in allen Stadien eine Trauerminute für Malanda einlegen.
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