Absturz zwischen Hochhäusern

Ein Amateurvideo zeigt, wie die Passagiermaschine der Fluglinie Transasia an einer Brücke in den Keelung-Fluss in Taipeh stürzt. Bild: TVBS

Die Bilder einer Videokamera hinter der Windschutzscheibe eines Autos lassen einem den Atem stocken: Sie zeigen, wie ein Passagierflugzeug in Taipeh eine Brücke streift und in einen Fluss stürzt.

Der dramatische Absturz eines Flugzeugs in Taiwans Hauptstadt Taipeh hat mindestens 31 Menschen das Leben gekostet. Ein Amateurvideo zeigt, wie die Maschine eine Brücke in einem Wohngebiet der Millionenstadt rammt und in einen Fluss stürzt. Von den 58 Menschen an Bord wurden 15 gerettet, wie die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA berichtete.

Zahl der Opfer unklar

Bis zum Mittwochabend gelang es Rettungskräften, mit einem Kran einige Wrackteile aus dem Fluss zu ziehen. Es war trotzdem unklar, wie viele Menschen möglicherweise noch in Wrackteilen im Wasser eingeschlossen waren oder von der Strömung abgetrieben wurden. Die Ursache für den Absturz bei gutem Wetter lag zunächst völlig im Dunkeln. Für die Fluggesellschaft Transasia war es das zweite Unglück in sieben Monaten.

Die Auswertung der Daten aus der geborgenen Blackbox des Flugzeuges soll Aufschluss über die Hintergründe geben. Ein Autofahrer hatte die dramatischen Szenen gefilmt. Die zweimotorige ATR-72 (Flug GE235) krachte in der Innenstadt der Metropole mit einer Tragfläche gegen eine Brücke und ein Taxi. Dann stürzte sie in den Keelung-Fluss. Wenige Minuten nach dem Start vom Songshan-Flughafen hatte die Luftfahrtbehörde einen Notruf registriert. Anschließend riss der Kontakt ab.

Von Schlauchbooten aus versuchten Rettungskräfte, Überlebende aus den Trümmern im Wasser zu ziehen. Einige der 53 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder konnten verletzt gerettet werden. Behördenchef Lin Chih-ming sagte, unter den Passagieren seien 31 Touristen aus China gewesen. Chinas Regierungschef Li Keqiang bot Hilfe bei der Bergung an.



Lin Chih-ming wollte sich nicht zu Spekulationen äußern, nach denen der Pilot das Flugzeug bewusst von Wohnhäusern weg in den Fluss gelenkt haben könnte. Luftfahrtexperten hatten die Vermutung geäußert.

Im Juli vergangenen Jahres war eine Maschine selben Typs der Fluggesellschaft bei Sturm auf der Insel Penghu in ein Wohngebiet gestürzt, 48 Menschen kamen ums Leben. Nach dem Absturz habe die Airline ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Alle Flugzeuge würden regelmäßig intensiv geprüft. "Bei dem Flugzeug handelte es sich um das neueste Modell. Die Maschine war nicht mal ein Jahr in Betrieb", sagte Chen Xinde.
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