Abtei feiert eine ganze Reihe von Jubiläen
Bildung für Mädchen damals "revolutionär"

Waldsassen.(pz) Nach dem Pontifikalgottesdienst in der Stiftsbasilika mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer traf sich die Festgemeinde in der Aula des Klosters: Dort begann der weltliche Teil der Feier - ein Festakt mit Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle.

Er wie eine Reihe weiterer Redner beglückwünschten am Freitag die Abtei und die ganze Schulfamilie zum Jubiläum "150 Jahre klösterliche Mädchenbildung in der Abtei Waldsassen". Wiederholt ist dabei auch auf die Verdienste von Äbtissin Laetitia Fech um die Mädchenrealschule hingewiesen worden - außerdem auf, wie es hieß, das "20. Dienstjubiläum" der Äbtissin. Sie war am 3. Oktober 1995 in dieses Amt gewählt worden.

Schülergruppen gestalteten den Festakt mit Musik, Gesang, Tanz und Akrobatik. "Wir stehen stehen vor den Wurzeln dessen, was die Bildung des Abendlandes ausmacht", sagte Dr. Spaenle und ging auf die historische Bedeutung der Klöster im Europa des Mittelalters für die Bildung der Menschen ein. Ordensleute hätten in Zeiten des Aufbruchs dafür gesorgt, "... dass junge Menschen in der ständisch geprägten Gesellschaft nach Talenten gefragt, diese erkannt und gefördert wurden." In der hierarchisch geprägten Gesellschaft sei es besonderer Auftrag des klösterlichen Bildungswesens gewesen, dass der Weg durch alle Schichten möglich war. "Das war revolultionär", sagte Dr. Spaenle. Er meinte damit auch die Entscheidung der Zisterzienserinnen vor 150 Jahren, Mädchen Bildung zu eröffnen.

Eintritt für monoedukative Erziehung

Der Kultusminister trat unmissverständlich für die monoedukative Erziehung an der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen ein. "Es macht Sinn, dass Mädchen und Buben für sich ein ein Stück weit eines Lebens- und Bildungsweges gehen", sagte Dr. Spaenle und stellte den Nutzen der differenzierten Beschulung entsprechend der geschlechterspezifisch unterschiedlichen Begabungen heraus, "...ein reformpädagogisches Anliegen, das auf uralten Wurzeln fußt." Dies sei ein Stück der "christlich-humanen Leistungssschule", sagte Dr. Spaenle und griff das Prädikat für die Mädchenrealschule auf, das zuvor Direktorin Kerstin Reiter in ihrer gemeinsamen Ansprache mit Äbtissin Laetitia Fech benutzt hatte.

Die Partnerschaft der öffentlichen Schulen und der Schulen in privater Trägerschaft nannte Dr. Spaenle unverzichtbar. "Sie sind besonderes Erbe und Tradition, die Bildung zu dem gemacht hat, was es im alten Europa ist - zum Mittel des individuellen Aufstiegs in den Gesellschaften." Auch deshalb sei die Existenzsicherung nichtstaatlicher Schulen im Grundgesetz verankert.

Nach dem Pontifikalgottesdienst in der Stiftsbasilika mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer traf sich die Festgemeinde in der Aula des Klosters: Dort begann der weltliche Teil der Feier - ein Festakt mit Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle.
Fotos von Norbert Grüner und Georg Koch.
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