Abtpräses warnt vor zu hohen Erwartungen an Familiensynode - Arbeitspapier
Schröder: Kirche als Buhmann

Jeremias Schröder (50), Abtpräses der Benediktinerkongregation von Sankt Ottilien. Bild: privat
Der Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, Jeremias Schröder, hat sich mit Blick auf die Familiensynode im Vatikan gegen zu hohe Erwartungen in Deutschland gewandt. Anliegen und Nöte, die in der Bundesrepublik eine Rolle spielten, etwa die Themen wiederverheiratete Geschiedene und Homosexualität, würden nicht überall verstanden, sagte er am Dienstag dem Internetportal Katholisch.de.

Daraus resultierende Lösungsansätze funktionierten nicht automatisch in der restlichen Welt. Mit Blick auf die deutsche Diskussion sagte Schröder, er sei erschrocken darüber, "wie sehr diese Themen polarisieren und wie sehr die Kirche in Deutschland als Buhmann gezeichnet wird".

Vor allem in konservativen Kreisen werde es so dargestellt, dass die Kirche in Deutschland mit ihren finanziellen Möglichkeiten die Lehre umkrempeln oder aushöhlen wolle. "Das sind unerfreuliche Töne. Ich hoffe, dass wir bei der Synode aus diesen Gegensätzen herauskommen."

Der 50-jährige Schröder ist einer von neun Ordensoberen, die als Delegierte zur Bischofsynode vom 4. bis 25. Oktober in Rom entsandt wurden. Diese steht unter dem Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute".

Der Vatikan veröffentlichte am Dienstag das Arbeitspapier für die Synode. Im 77-seitigen Dokument geht es auch um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen. Die entsprechenden Absätze im Abschlussdokument der vorbereitenden Außerordentlichen Bischofssynode im vergangenen Herbst, die damals nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erhielten, sind im neuen Arbeitspapier erneut zur Diskussion gestellt.
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