Äthiopier brauchen keine Nachnamen
Hintergrund

Michelfeld.(wüw)Noch eine Frage bringt Getachew Endisu Etana zum Lachen: die nach seinem Vornamen. Tatsächlich habe er selbst nur einen einzigen Namen, sagt er. In Äthiopien gebe es keine Familiennamen, erklärt der nur 48 Kilogramm schwere Läufer. Sein Rufname sei Getachew. Um Verwechslungen auszuschließen, werde der Name des Vaters - Endisu - und manchmal auch der des Großvaters - Etana - angefügt.

Mehr Hilfe bei der Sprache

Michelfeld. ( wüw) Obwohl die vereinfachten Regeln in Sachen Residenzpflicht und Arbeitserlaubnis noch nicht greifen, fühlt sich Getachew nicht eingeengt. Dies liegt aber auch daran, dass Dunja Speckner für ihn bürgt, wenn er zum Beispiel zu einem Lauf außerhalb des Landkreis muss. Solange sie den Reiseantrag stellt und sich der Asylbewerber nach der Heimkehr sofort zurückmeldet, gibt es keine Probleme. Die Beschäftigten in der zuständigen Ausländerstelle am Landratsamt in Amberg seien zudem nett und hilfsbereit, aufgrund des großen Andrangs derzeit aber vielleicht etwas überfordert. "Es dauert einfach etwas länger", sagt Speckner.

Mehr Unterstützung wünschen sich die Afrikaner vom Staat derzeit nur in einem Punkt: beim Deutschlernen. Derzeit gibt nur eine Freundin Speckners wöchentlich eine Deutschstunde.

Acht Kleinkinder nach Weiden

Weiden. (ca) Aus der überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung Zirndorf wird heute ein Bus in Weiden erwartet. Die Pfarrei Herz Jesu quartiert fünf Familien aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine im Pfarrheim ein. Dort wurden eine ehemalige Hausmeister- und die Mesnerwohnung für die Asylbewerber vorbereitet. Jüngster Flüchtling ist ein Baby, geboren im April 2014. "Wir freuen uns, dass sie kommen", sagte Regionaldekan Gerhard Pausch. "Die Gemeinde steht dahinter."

Desweiteren zieht eine Familie aus Syrien mit drei Kleinkindern in eine Immobilie der Stadt, den alten Schlachthof am Rotkreuzplatz, ein. Insgesamt sind unter den Neuankömmlingen acht Kinder unter fünf Jahre. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß will bei einer Willkommensfeier der Pfarrei dabei sein. Er zeigte Flagge: "Die Stadt Weiden hat nach dem Krieg schon einmal die schützende Hand über Flüchtlinge gehalten. Wir werden auch diese Situation gemeinsam meistern."
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