Akte vier Jahre verschwunden

Im vergangenen Jahr stürzte Staatskanzleichefin Christine Haderthauer über ihre früheren Geschäfte mit den Modellautos eines Dreifachmörders. Im Untersuchungsausschuss des Landtags bringt ein Ministerialbeamter eigenartige Vorgänge ans Licht.

Der Auftritt eines Ministerialbeamten bringt Zündstoff in den Haderthauer-Untersuchungsausschuss des Landtags. Laut der Zeugenaussage von Ministerialdirigent Karl-Heinz Arians verschwand im Jahr 2009 im Sozialministerium eine wichtige Akte zu der Firma Sapor Modelltechnik, an der Haderthauers Mann Hubert bis 31. Oktober 2008 beteiligt gewesen war - und zwar auf dem Weg zum oder im Büro des Amtschefs. Ausschuss-Chef Horst Arnold (SPD) bezweifelte zudem, dass Haderthauer die Landtags-Anfragen der Opposition wahrheitsgemäß beantwortet hat.

Der Amtschef ist der höchste Beamte eines Hauses, der als rechte Hand des jeweiligen Ministers die Verwaltung leitet. Damalige Ressortchefin war Haderthauer. "Man macht sich so seine Gedanken", sagte Ministerialdirigent Arians auf die Frage, warum die Akte so lange nicht auffindbar war. Die Papiere waren erst vier Jahre später im Herbst 2013 wieder aufgetaucht - mutmaßlich nach Haderthauers Wechsel in die Staatskanzlei. Arians war damals Leiter der Fachaufsicht über die forensische Psychiatrie. Der Ausschuss wird nun zu klären versuchen, ob Haderthauer mit dem Verschwinden der Akte etwas zu tun hatte.
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