Alle Stiere eingefangen [Aktualisierung]
Schüsse aus dem Betäubungsgewehr

Die eingefangenen Jungstiere machten am Mittwoch in ihrem Stall einen recht müden Eindruck und ließen sich auch von der bei ihnen untergebrachten Lockkuh (stehend) nicht zu größeren Aktionen animieren. Bild: Huber
Kümmersbruck. (ll) Schon recht abgekämpft sahen die vier Jungstiere aus, die am Dienstag gegen 19.30 Uhr in einem Dickicht in der Nähe des Bauhofs entdeckt wurden. Sie machten keine Schwierigkeiten mehr, als der Landwirt, von dessen vielleicht 400 Meter entfernt liegender Weide sie am Sonntag geflohen waren, sowie der Züchter, der sie erst wenige Tage vorher nach Penkhof geliefert hatte, sich ihnen näherten. Die Tiere ließen sich laut Polizeisprecher Dieter Muschler mit Schrot locken, Schlingen überwerfen und einigermaßen willig abtransportieren.

Der dreijährige Bulle, der schon einmal eingefangen worden war, aber dann wieder ausbüxte, als das Gatter aufgemacht wurde, sowie einer der neun Monate alten Stiere wurden in der Nacht bei Penkhof gesichtet. Sie verschwanden aber bald wieder im Wald. Das drittletzte Rind in Freiheit büßte diese ein, als es am Mittwoch gegen 13.30 Uhr bei Ebermannsdorf auftauchte. Es gelang, das Tier an einen Baum zu binden. Der Halter holte es ab. Er zeigte sich am Abend zuversichtlich, auch die letzten beiden Ausreißer zurückholen zu können: „Es schaut gut aus.“

Die Lockkuh, die der Züchter am Dienstag mitgebracht hatte, sollte laut Polizeisprecher Muschler ursprünglich am Mittwoch zum Einsatz kommen, doch dann verzichtete man angesichts der Fangerfolge auf diese Aktion, die mit viel Aufwand verbunden ist. Es müsste nämlich ein stabiler Zaun aufgebaut werden, der die angelockten Stiere erst leicht aufnehmen und dann festhalten kann.

Vonseiten der Feuerwehr, die sich am Sonntag und Montag an der Jagd auf die Stiere beteiligte, dürfte dem Halter der Tiere keine Rechnung gestellt werden. Diese Auffassung vertrat Kreisbrandinspektor Hubert Blödt auf AZ-Nachfrage. Nach seinem Verständnis sei Menschen- und Tierrettung nicht kostenpflichtig. Wobei die letzte Entscheidung die Gemeinde treffe.

Dem Halter ist ohnehin bereits ein empfindlicher Schaden entstanden, da am Montag ein betäubtes Rind beim Verladen verendete. Man geht für einen neun Monate alten Limousin-Stier von einem Wert von knapp 1000 Euro aus.

Polizeisprecher Dieter Muschler bestätigte, dass gegen einen Unbekannten ermittelt wird, der am Sonntag den zusätzlich elektrisch gesicherten Drahtzaun um die Stierweide aufzwickte und so den elf Tieren die Flucht ermöglichte. Bei einer benachbarten Weide seien am Wochenende ebenfalls Zaunpfosten niedergetreten und der Drahtzaun teilweise entfernt worden. Die 15 Rinder auf dieser Wiese scheuten allerdings vor dem Marsch in das unbekannte Land jenseits des Zauns zurück.
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