Allerseelenschiffchen schwimmen auf der Lauterach
Kleine Lichter im Fluss des Lebens

Bild: Huber
Schmidmühlen. (eik) Diesen Brauch pflegt man so nur in Schmidmühlen (Kreis Amberg-Sulzbach): Kinder haben hier am heutigen Montagabend wieder Kerzen auf selbstgebastelten Allerseelenschiffchen die Lauterach flussabwärts schwimmen lassen. Eine alte Tradition, die vorübergehend verlorengegangen war – aber vor gut zehn Jahren vom örtlichen Heimat- und Kulturverein neu belebt worden ist.

Ihren Ursprung haben die Schiffchen nach Auskunft von Ortsheimatpfleger Josef Popp in der Zeit, als in der Allerheiligenwoche jeden Tag in der Friedhofkirche St. Georg ein Rosenkranz gebetet wurde. Da es noch bis in die 40er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts nicht in jeder kleinen Kirche Strom gab, sorgten kleine Kerzen und Wachstöckln auf den Bänken für Licht. Hier zwackten sich dann die Kinder Stücke ab, um sie nach der Allerseelen-Messe auf selbstgebastelten Booten über die Lauterach schippern zu lassen.

Kinder haben Kerzen auf selbstgebastelten Allerseelenschiffchen die Lauterach flussabwärts schwimmen lassen. Eine alte Tradition, die vorübergehend verlorengegangen war – aber vor gut zehn Jahren vom örtlichen Heimat- und Kulturverein neu belebt worden ist. Bilder von Stephan Huber


Eine besondere Form des Gedenkens an die Verstorbenen, wie heute Abend auch Pfarrer Wener Sulzer meinte: Die Kinder stellten hier ein Licht des Glaubens und der Hoffnung in den Fluss des Lebens, so lautete seine Interpretation. Dieser Fluss glänzte dann in der Dunkelheit des frühen November-Abends für kurze Zeit in einem ganz besonderen Licht – der Anblick von der Brücke herunter auf die Lauterach, auf der unzählige weiß oder rot leuchtende Kerzen schwimmen, ist tatsächlich etwas Einmaliges.
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