Als der Zug noch ins Vilstal fuhr

Carola Dirschka (Mitte) freute sich über die große Resonanz beim Seniorentreffen. Erzählt wurden alte Geschichten aus Haselmühl. Bild: e

Des woas i a no, da wor i a dabei oder da hob i gar nimma drandacht - diese und andere Sätze fielen beim Treffen des Seniorennetzwerks Kümmersbruck. Christa Meiler hatte jede Menge interessante Geschichten aus Haselmühl im Gepäck.

Trotz der Hitze kamen viele Besucher ins ASV Sportheim: Nicht nur Saal, sondern auch Gaststätte waren besetzt. Das fand Vorsitzende Carola Dirschka bemerkenswert. Die älteren Semester wurden vom Rieger Hans mit dem Akkordeon unterhalten, Kaffee und Kuchen, serviert von fleißigen Mitarbeiterinnen des Seniorennetzwerks, sorgten für das leibliche Wohl.

Christa Meiler hatte Geschichten aus den vergangenen 60, 70 und 80 Jahren dabei. Der älteste Verein in der jetzigen Großgemeinde dürfte die 125 Jahre alte Köferinger Feuerwehr sein. Noch vor 1900 wurde der Gesellige Verein Edelweiß Haselmühl gegründet, der Knappenverein Haidweiher 1917 und Freischütz Haselmühl 1905. Der erste Sportverein für Fußballer, der ASV, gründete sich am 20. Mai 1947. Christa Meiler erinnerte an die 23,720 Kilometer lange Eisenbahnstrecke zwischen Amberg und Schmidmühlen. Die Linie wurde am 30. April 1910 eröffnet. Bis 1960 benutzten viele Theuerner, Lengenfelder und Haselmühler den Zug nach Amberg - dann wurde der Personenverkehr eingestellt. Meiler erläuterte das Wappen von Haselmühl. Erstmals erwähnt wurde die Ortschaft 1285, seinerzeit als "Haesenmül" bezeichnet.

Die Amberger Gewehrfabrik hatte um 1800 in Haselmühl einen Zweigbetrieb. Kaspar Kraus, der Name war noch vielen im Gedächtnis, hatte 1937 das Gelände neben der Vils in Haselmühl gekauft und ein Sägewerk nebst Schreinerei eröffnet. Die Bombardierung des Heereszeugamtes am 9. April 1945 hatten viele der älteren Semester noch miterlebt. "Alle suchten damals Schutz im Gemeindeholz am Wiesentalweg", berichtete eine Zeitzeugin. Bomben am südlichen Ortsausgang zerstörten die Wohnhäuser Pscherer und Roggenhofer, am östlichen Ortsausgang bei den Kohläckern fielen Bomben, viele Haselmühler hausten in diesen heiklen Tagen im Wiesenthal. Christa Meiler erinnerte an die damaligen Bürgermeister Franz Birner (1933 bis 1945), an Johann Knoll, heute noch bekannt unter dem Spitznamen Knockerl. In der jüngeren Geschichte wurde aus den Orten Theuern, Köfering, Gärmersdorf, Kümmersbruck, Haselmühl eine Gemeinde.
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