Als Kompensation für den Abzug der Unteroffiziersschule außerdem neues Artilleriebataillon in ...
Bittere Pille für Amberg: Stab der "Zwölfer" soll nach Weiden

Wenn sich die Spekulationen vom Montag bewahrheiten, dürfte bald die Hälfte der Truppe die Leopold-Kaserne in Amberg verlassen. Der 200 Mann starke Stab der Panzerbrigade 12 soll im Zuge der Bundeswehrreform nach Weiden verlegt werden. Luftbild: Jürgen Klein
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Deutschland und die Welt
25.10.2011
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(paa/km) Kurz bevor Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) die Standortentscheidungen bei der Bundeswehrreform verkünden will, sind erste Details durchgesickert. Nach Informationen unserer Zeitung empfiehlt das Militär dem Minister einen Umzug des Stabes der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" von Amberg nach Weiden. Zudem soll in der Ostmark-Kaserne in Weiden ein Artilleriebataillon stationiert werden.

Eine endgültige politische Festlegung steht noch aus. Der Bundesverteidigungsminister will die Standortentscheidungen am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentieren. Hintergrund für die Empfehlung des Heeres ist, dass in der künftigen Struktur die Brigadestäbe in ihrer Stärke deutlich anwachsen. Dafür soll es in der Leopold-Kaserne in Amberg nicht ausreichend Kapazitäten geben. Der Stab in Amberg besteht derzeit aus 200 Soldaten.

Aus für Kreiswehrersatzamt?

Der Amberger Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer (CSU) bestätigte die Pläne am Montag auf Nachfrage. Er ist heute in Berlin, um auszuloten, ob es noch Einflussmöglichkeiten gibt. Ein Artilleriebataillon, wie es in Weiden neu aufgestellt werden soll, umfasst in der Regel zwischen 800 und 1000 Soldaten. Damit wäre der für Mitte nächsten Jahres geplante Umzug der Unteroffiziersschule von Weiden in das sächsische Delitzsch kompensiert. Derzeit werden in der Ostmark-Kaserne in Weiden noch rund 430 Feldwebel ausgebildet. Beobachter gehen davon aus, dass Weiden dafür die Schließung des Kreiswehrersatzamtes schlucken muss.
In der neuen Heeresstruktur soll es nur mehr zwei konventionelle Divisionen geben - eine im Norden und eine im Süden. Die im Süden wird die 10. Panzerdivision aus Sigmaringen (Baden-Württemberg) sein, der neben der Panzerbrigade 12 noch die Gebirgsjägerbrigade 23 "Bayern" in Bad Reichenhall angehören. Neu hinzu kommen die Panzergrenadierbrigade 37 "Sachsen" in Frankenberg sowie das neu aufgestellte Artilleriebataillon in Weiden, das direkt der Division unterstellt werden soll. Weiden war bereits einmal Standort eines Artilleriebataillons: Das Panzerartilleriebataillon 105 existierte von 1972 bis 1992.

Kümmersbruck unklar

Ein Großteil der Verbände der "Zwölfer" - das Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach, das Panzerbataillon 104 in Pfreimd, das Panzergrenadierbataillon 112 in Regen, das Logistikbataillon 4 in Roding, das Panzerpionierbataillon 4 Bogen sowie das Aufklärungsbataillon 8 in Freyung - bleiben nach derzeitigen Informationen erhalten.
Einzig das Fernmeldebataillon 4 in Cham steht offenbar vor der Auflösung. Die Fernmelder sollen künftig grundsätzlich bei der Streitkräftebasis angesiedelt sein. Ob und in welcher Weise das Logistikbataillon 472 (Schweppermann-Kaserne Kümmersbruck) von den Reform-Plänen betroffen ist, war am Montag unklar.

Angedacht ist offenbar auch ein Umzug des Stabes der 10. Panzerdivision von Sigmaringen (Baden-Württemberg) nach Veitshöchheim bei Würzburg. (Seite 3)
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