Altenstädter Künstlerin ausgezeichnet
Hus im Bild

Groß war die Überraschung für Marille Singer, als ihr im hussitischen Pfarrhaus Marienbad die Hus-Medaille für ihre Arbeiten zum böhmischen Reformator überreicht wurde. Mit im Bild die hussitische Pfarrerin Zuzanna Kalenská, Bretislav und Vladimara Blunková. Bild:cr
Altenstadt/WN. (cr) "Stríbrná medaile Jan Hus" für die Altenstädter Künstlerin Marille Singer: Bei einem Besuch im hussitischen Pfarrhaus in Marienbad erhielt sie im Beisein des BR-Redakteurs Siegfried Höhne die Gedenkmünze anlässlich des 600. Hus-Jubiläums vom Förderverein Goldene Straße. Höhne, der sich im Rathaus Altenstadt über die Hus-Ausstellung informierte, war beeindruckt über die Arbeiten zum Reformator. Auf Bayern 2 ist am Sonntag, 5. Juli, um 14 Uhr eine Sendung zum Gedenktag gegen zu hören.

Mit Rainer Christoph ging es nach Marienbad, wo ein zweiter Teil der Hus-Ausstellung seit Ostern zu sehen ist. Das hussitische Pfarrerehepaar Bretislav und Vladimara Blunková und ihre Tochter Zuzana Kalenská (hussitische Pfarrerin Tachov) empfingen das Team aus der Oberpfalz. Viele Neuigkeiten über die kommenden Gedenkfeiern aber auch über die Situation der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche gab es zu erzählen. Dabei übergab Singer auch einen Teil ihrer Bilder für die Ausstellung.

Ehrung im kleinen Rahmen

Gewürdigt wurde dabei ihre Auseinandersetzung zum Thema Hus. Es existiert kein offizielles Bild des Reformators, das erste kam in der Zeit der Renaissance von Deutschland nach Böhmen. "Kein Wunder, dass es unterschiedliche Bilder von Hus gibt. Auch ich musste mich mit vielen Skizzen langsam einarbeiten, bis mein Hus-Bild entstand", sagte die Künstlerin.

In ihren Werken gelang es ihr, die Tiefe der Persönlichkeit des böhmischen Reformators darzustellen. Übermächtig steht Kaiser Sigismund vor einer Gans (tschechischer Name Hus), die nicht frech auf ihn zugeht, sondern bekümmert und traurig neben dem Herrscher auf schwachen und dünnen Beinen steht. Wissend, dass sie dem Feuertod nicht entgehen wird. Eine Bildsequenz zeigt in Acryl mit eingeritzten Spuren den Weg des Jan Hus und der Geschichte der hussitischen Bewegung auf: Calixtiner und Taboriten, Predigten in der Bethlehemskirche, der Weg von Krakovec über Bärnau, Altenstadt nach Konstanz. "Altenstadt hat etwas mit Hus zu tun, wenn auch nicht viel, aber er war hier auf seiner Reise entlang der Goldenen Straße", sagt sie zu ihren Kritikern. Konstanz, Konzilsgeschworene ohne Gesichter, Flammentod, hussitische Überfälle weiß, schwarz dunkelrot dominieren die Farbe, ohne Menschen.

Mit der Hus-Ausstellung des Fördervereins "Goldene Straße" wurden ihre Arbeiten mit großer Resonanz seit Januar in Nürnberg, Tirschenreuth, Altenstadt, derzeit in Marienbad, dann in der Kulturhauptstadt Pilsen, im Oktober in Tachov und im November in Parkstein gezeigt. Auch Waldthurn und andere Orte zeigen Interesse an der Ausstellung, die sich noch über das Gedenkjahr hinaus sehen lassen kann.
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