Altusried traut sich - Kultusministerium nicht begeistert
Handy-Verbot in Volksschule

Deutschland und die Welt
02.04.2004
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Nach den Osterferien gilt an der Volksschule in Altusried (Oberallgäu) ein generelles Handy-Verbot. Die Grund- und Hauptschüler dürfen nach Angaben des Schulrektors Helmut Sommer vom Donnerstag ein Mobiltelefon nicht einmal ausgeschaltet mit in die Klassenzimmer nehmen.

Einmalig in Bayern

Das Kultusministerium ist mit dieser in Bayern einmaligen Regelung nicht einverstanden. Aus Sicherheitsgründen solle es den Kindern gestattet sein, Handys mitzuführen, wenn es ausgeschaltet ist, erklärte der Ministeriumssprecher. Die Altusrieder Schule will dennoch an dem grundsätzlichen Verbot festhalten, über das die Eltern in einem Rundbrief informiert wurden.

Ein Lehrer, der sich durch die Abstrahlung der Handys im Klassenzimmer gesundheitlich beeinträchtigt fühlt, hatte das Verbot verlangt. Einem entsprechenden Beschluss der Lehrerkonferenz, die damit auch Störungen im Unterricht abstellen wolle, habe der Elternbeirat ausdrücklich zugestimmt, so Sommer. Die Billigung von ausgeschalteten Handys könne praktisch kaum durchgesetzt werden. "Wer sein Handy dabei hat, schaltet es auch ein." Die Sicherheitsaspekte seien dabei wohl bedacht worden. Den Schülerinnen und Schülern stehe im Haus ein Münztelefon zur Verfügung. Zudem werde ihnen jederzeit erlaubt, vom Sekretariat aus dringende Gespräche zu führen.

Kontakt wünschenswert

Dem Kultusministerium zufolge ist die Schule in Altusried bisher die einzige in Bayern, die ein solch striktes Handy-Verbot erlassen hat. Aus Sicherheitsgründen halte es das Ministerium jedoch für sinnvoll, ausgeschaltete Handys zu gestatten. In vielen Situationen sei ein Mobiltelefonkontakt zwischen Kindern und Eltern wünschenswert. Deshalb habe das Ministerium die Schulleitung gebeten, das uneingeschränkte Verbot zu überdenken.