Am Montag Wahl zwischen den Professoren Andrea Klug und Christian Märtin
Finale um OTH-Präsidentschaft

Professor Erich Bauer tritt als OTH-Präsident nicht mehr an. Bild: Hartl
Amberg/Weiden. Der 20-köpfige Hochschulrat der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden fällt am 15. Juni eine richtungsweisende Personalentscheidung. Wie berichtet, verzichtet OTH-Präsident Professor Dr. Erich Bauer auf eine erneute Kandidatur. Um seine Nachfolge bewerben sich die amtierende Vizepräsidentin Professorin Dr. Andrea Klug (50) und der an der Hochschule Augsburg lehrende Professor Dr.-Ing. Christian Märtin (57).

Dem Hochschulrat unter Vorsitz des Unternehmers Christian Engel gehören zehn Vertreter der OTH und zehn Repräsentanten "öffentlicher Belange" an. Dieses Gremium tagt nichtöffentlich. Im Anschluss an die Sitzung ist eine Pressekonferenz anberaumt.

Vertrauliche Gespräche

Hinter den Kulissen herrschte in den vergangenen Wochen ein intensives Werben, es kam zu zahlreichen vertraulichen Gesprächen. Das Finale im Rennen um die OTH-Präsidentschaft mit zwei hochqualifizierten Bewerbern könnte spannender nicht sein. Professorin Andrea Klug ist quasi ein "Eigengewächs" der Hochschule. Die gebürtige Trausnitzerin lehrt seit 15 Jahren an der OTH Gewerblichen Rechtsschutz und Wirtschaftsprivatrecht, baute den Studiengang Patent-Ingenieurswesen auf, bekleidet seit 2008 das Amt der Vizepräsidentin, wurde dreimal - einstimmig - wiedergewählt. Die frühere Staatsanwältin und Richterin hofft auf eine starke "Hausmacht".

Der in Weiden geborene Christian Märtin ist seit 25 Jahren an der Hochschule Augsburg Professor für Rechnerarchitektur und intelligente Systeme. Märtin war Senatsvorsitzender und Hochschulrats-Vize; er bringt Erfahrungen im fakultätsübergreifenden Hochschulmanagement ein. Der Wissenschaftler steht für die Verankerung von Forschung und Technologietransfer als Kernaufgabe der Hochschule.

Die Aufgabenstellung und die damit verbundenen Herausforderungen sind enorm. Da sind einmal der Doppelstandort Amberg-Weiden und zusätzlich der OTH-Verbund mit Regensburg. Diese Konstellation ruft nach einem besonderen regionalen Fingerspitzengefühl. Wie kaum eine andere Hochschule in Bayern expandierte die OTH im vergangenen Jahrzehnt. Ihre künftige Ausrichtung, ja ihre Kernkompetenz, ist deshalb von strategischer Bedeutung: Nicht nur für die OTH im Wettbewerb zu den anderen Hochschulen, sondern auch für die Entwicklung der nördlichen und mittleren Oberpfalz.

"Management-Kompetenz"

Aus den Reihen der Dekane kommt der Wunsch nach einer "teamorientierten Entscheidungs-Kultur" und nach "Management-Kompetenz": "mit einem vertieften Verständnis für Planungs- und Steuerungsprozesse sowohl in der Lehre als auch im Bereich der angewandten Forschung". In dem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben wird auch die Internationalisierung der OTH angesprochen. Der künftige Präsident sollte deshalb über "entsprechende Auslandserfahrung" verfügen. Weitere Schlagwörter sind "Bildungsvordenker" sowie "technisches Verständnis", denn schließlich sei die OTH eine technische Hochschule.

Wahlleiter ist Kanzler Ludwig von Stern. Mit 3500 Studenten und 84 Professoren in 20 Studiengängen besitzt die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden eine enorme Bedeutung in der Region.
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