Am Samstag Hochfest zu Ehren des Heiligen Leonhard - Pilmersreuther pilgern zu Fuß nach Beidl
Helfer bei Nöten und Krankheiten

Der Heilige Leonhard aus im Deckengemälde der Leonhardikapelle in Beidl. Bild: tr
Die Pfarrei Beidl und die Ortschaft Pilmersreuth an der Straße feiern am Samstag, 7. November, das Hochfest zu Ehren des Heiligen Leonhard. Im liturgischen Kalender wird des Heiligen Leonhard am 6. November gedacht.

Der Festgottesdienst wird am Samstag um 9 Uhr in der Pfarrkirche Beidl gefeiert. Zelebrant und Festprediger ist Pfarrer Thomas Stohdreier aus Schirmitz. Die Pilmersreuther pilgern auch heuer wieder zu Fuß nach Beidl und machen sich um 7.30 Uhr auf dem Weg zum Schutzheiligen Leonhard. Sie treffen sich um 7.30 Uhr bei der Bushaltestelle.

Altes Gelöbnis

Als vor über 300 Jahren die Bauernhöfe von Pilmersreuth von einer schweren Tierseuche heimgesucht wurden, riefen die Menschen in ihrer verzweifelten Situation, Not, Angst und Sorge den Heiligen Leonhard an und baten um seine Hilfe und Fürsprache. Dabei wurde das Gelöbnis gemacht, zum Leonhardifest jährlich nach Beidl zur Verehrung des Heiligen Leonhard zu pilgern und ein Heiliges Amt zu seiner Ehre feiern zu lassen. Die Beidler Leonhardikapelle, die in verschiedenen Kirchen- und Kunstführern aufgeführt ist, wird immer wieder von Interessenten aufgesucht.

Die Verehrung des Heiligen Leonhard in der Pfarrei Beidl kam vor allem dadurch zum Ausdruck, dass 1935 durch Pfarrer Josef Breu der Leonhardiritt mit Festgottesdienst mit anschießender Pferdeprozession und Pferdesegnung eingeführt wurde. In der Regel wurde dieses Fest im Juli abgehalten. In der Hochzeiten der Pferdehaltung in der Landwirtschaft als Zug- und Nutztiere kamen bis zu 200 Reiter zum Leonhardiritt nach Beidl und viele Gläubige und Schaulustige säumten den Leonhardiplatz und die Straßen bei der Pferdeprozession um die Fluren von Beidl. In den 60er Jahren und mit zunehmender Technisierung in der Landwirtschaft kamen nur noch um die 60 Pferde und der damalige Ortspfarrer Josef Gruber (1956 - 1972) stellte den Leonhardiritt ein. Er wurde 1966 letztmals abgehalten.

Die Verehrung des Heiligen Leonhard hat aber nach wie vor für die Pfarrei und die Ortschaft Pilmersreuth eine große Bedeutung. Und so werden sich die Gläubigen der Pfarrei Beidl und aus Pilmersreuth auch heuer wieder zum Gebet in der Leonhardikapelle einfinden um ihre Sorgen und Anliegen der Fürbitte des Heiligen anzuvertrauen.

Votivtafel aus 1767

Die an der Pfarrkirche östlich angebaute Leonhardikapelle erinnert mit ihren Votivtafeln an die langjährige Verehrung des Schutzheiligen. Die älteste, gestiftete Votivtafel stammt aus 1767. Damals wie heute wird St. Leonhard in den Nöten der Familien und bei Krankheiten der Nutz- und Haustiere angerufen.

Am Hochaltar der Leonhardikapelle ist der Heilige Leonhard dargestellt mit den beiden Pestheiligen Sebastian und Rochus zur Seite. An der Rückwand des Kapelleninneren zeugen mehrere Votivtafeln von der Jahrhundertlangen Verehrung des Heiligen. In den prachtvollen Deckengemälden ist die fürbittende Hilfe des Hl. Leonhard ausgemalt und die das Deckengewölbe durchziehenden Schriftbänder tragen unter anderem die Aufschrift: "Auf die Fürsprache des Heiligen Abtes Leonhard, dieses Ortes gnadenreichen Patron, sollen Blinde sehen, Taube hören, die Stummen reden, die Teufel fliehen und die Kranken gesund werden."
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