"Amberg hilft Menschen" will künftig auch Asylbewerber als Paten
Flüchtling hilft Flüchtling

Symbolbild: dpa
Amberg. (ath) Das nennt man Innovation: "Amberg hilft Menschen" ist selber gerade erst entstanden, da vollzieht die neue Bürgerinitiative gleich die erste richtungsweisende Änderung: Sie will künftig auch Asylbewerber selbst als Paten für die Betreuung von Flüchtlingen gewinnen.

Diese Idee resultiert nicht zuletzt aus ersten Treffen mit den Betroffenen, die in der Gemeinschaftsunterkunft an der Kümmersbrucker Straße oder andernorts in Amberg untergebracht sind. Zu einer zentralen Zusammenkunft kam es kürzlich mit Hilfe des Caritasverbandes Amberg-Sulzbach und seiner Flüchtlingsberaterin Anne Kuchler.

Erste Paten aktiv dabei

Sie und Kreisgeschäftsführer Günter Koller hatten über 30 Asylbewerber zu einer Kennenlernrunde mit den Vertretern der Bürgerinitiative eingeladen. Dabei kam es nach Auskunft von BI-Sprecher Werner Konheiser "spontan zu weiteren Zusagen für die Übernahme von Patenschaften". Wie berichtet, ist das ein Hauptanliegen von "Amberg hilft Menschen". Das Bündnis sucht Bürger, die bereit sind, eine Art Patenschaft für Flüchtlinge zu übernehmen. Sie sollen sich der Alltagsprobleme ihrer Schützlinge annehmen, sie beispielsweise bei Behördengängen begleiten, ihnen bei Bewerbungen, der Job- und Wohnungssuche behilflich sein.

Zwei Ehepaare und ein junger Mann aus Amberg haben sich dieser Aufgabe bereits konkret angenommen. Wobei sich Familie L., wie sie von der BI vorerst zum Schutz ihrer Identität abgekürzt genannt wird, seit rund zwei Wochen um eine syrische Familie kümmert. Sie hat die fünf mit weiteren aktiven Helfern und ehrenamtlich tätigen Handwerkern unter anderem beim Einzug in eine Wohnung begleitet - die BI sorgte für die komplette Einrichtung.

Auch der Vorstand von "Amberg hilft Menschen" geht mit gutem Beispiel voran. Der Sprecher und seine Ehefrau Petra, die als Schatzmeisterin fungiert, haben eine Patenschaft für eine vierköpfige Familie aus Somalia übernommen; Vorsitzender Michael Geiss will ein Ehepaar aus der Ukraine betreuen. "Insgesamt befinden sich jetzt 17 Menschen in Obhut der Bürgerinitiative", berichtet Werner Konheiser, um die aus "ersten Erfahrungen resultierende Änderung der bisherigen Arbeitsstruktur" hervorzuheben: Bereits etablierte Flüchtlinge, denen von der BI geholfen wurde und die dadurch selbst erlebt haben, was man tun kann, sollen später ihrerseits Patenschaften übernehmen.

"Diese Innovation bietet gleich mehrere Vorteile", zählt Konheiser auf: "Die Asylbewerber leisten einen sinnvollen anerkennenswerten gesellschaftlichen Beitrag, der sich auf das eigene Selbstwertgefühl positiv auswirkt. Zudem lernen sie viele neue Menschen kennen; sie können mit diesen einen Umgang pflegen, der sich wiederum positiv für die Integration aller Beteiligten auswirkt." Ein weiterer Vorteil dabei sei, dass die einheimischen Ehrenamtlichen "eine gewisse Entlastung erfahren, und sich mehr auf die Patenschafts-Vermittlung und auf die Hilfe bei schon bestehenden Patenschaften konzentrieren können".
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