Amberg.
Interview mit dem Guardian des Klosters, Janusz Wrobel

(ads) "Aus-, Los-Sprechen" lautet das diesjährige Thema der Bergfestwoche auf dem Mariahilfberg. Die zuständigen Patres des Franziskanerklosters unter der Leitung von Janusz Wrobel stellen das Bußsakrament und die Beichte in den Fokus der Betrachtungen der Predigten bei den Abendandachten.

In den vergangenen Jahren wurde mit den Themen "Vater unser", "Gegrüßt seist du Maria", Credo und den drei Grundtugenden Glaube, Hoffnung, Liebe allen Pilgern ein Grundkurs des Glaubens angeboten und ein gewisses Fundament gelegt, auf dem heuer aufgebaut werden kann. Mit der Wahl des Themas "Aus-, Los-Sprechen" wird mutig ein Thema aufgegriffen, das tiefer in das Glaubensgeheimnis führt.

Was waren die Beweggründe, gerade das Bußsakrament und die Beichte zum zentralen Thema der diesjährigen Bergfestwoche zu machen?

Janusz Wrobel: "Zum einen ist die Bergkirche das ganze Jahr über ein ständiger Beichtstuhl, denn hier haben alle Gläubigen die Gelegenheit, 15 Minuten vor allen Messen zu beichten. Nach Absprache stehen wir den Gläubigen auch im Beichtzimmer im Kloster oder bei einem Spaziergang in der Natur auf dem Mariahilfberg zu einem persönlichem Beichtgespräch zur Verfügung."

Worin liegt die zentrale Bedeutung des Bußsakraments und der Beichte?

Janusz Wrobel: "Die Beichte und die anschließende Lossprechung ist eine Begegnung des Beichtenden mit dem liebenden und barmherzigen Gott."

Was ist der Grund für die Scheu der Gläubigen vor der Beichte?

Janusz Wrobel: "Die Beichte löst bei den Gläubigen zunächst ein unangenehmes Gefühl, ja sogar Angst aus, da sie Ehrlichkeit mit sich selbst fordert. Die befreiende Wirkung der Beichte und die innere Ruhe nach der Absolution werden im Vorfeld außer Acht gelassen. So wird vor der Beichte auch übersehen, dass man nach der Beichte als anderer Mensch den Beichtstuhl verlässt."

Was erwartet die Gläubigen dieses Jahr bei der abendlichen Predigtreihe unter dem Titel "Aus-, Los-Sprechen"?

Janusz Wrobel: "Es wird ein Stück weit nötige Katechese betrieben, in deren Rahmen die Gläubigen über die Bedeutung der Beichte und des Bußsakraments aufgeklärt werden, um diesen auch die Scheu vor diesem wertvollen und oft 'Not-wendenden' Sakrament zu nehmen.

Selbstverständlich werden wir auch aufklären, wie die Beichte funktioniert und auf das Gotteslob verweisen, das gute Hilfen zur Vor- und Nachbereitung auf die Beichte liefert. Zu guter Letzt werden wir auch über die Unterschiede der Einzelbeichte und der Bußandacht informieren. Damit steht den Gläubigen eine spannende Predigtreihe in diesem Jahr bevor".

Die Redaktion bedankt sich für das angenehme und aufschlussreiche Interview.
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