Amberger Arzt fordert Rücktritt von Kammer-Vize - Wolfgang Rechl bedauert Missverständnis
Streit um "lebenswertes Leben"

(räd) Der Amberger Arzt Dr. Klaus Ebenburger fordert den Rücktritt des Vizepräsidenten der bayerischen Ärztekammer, Dr. Wolfgang Rechl aus Weiden. Rechl hatte sich im Gespräch mit unserer Zeitung (Donnerstagausgabe) für eine liberale Lösung in der Sterbehilfe ausgesprochen. Das Thema wird heute im Bundestag behandelt.

Der Patient müsse ausdrücklich den Wunsch geäußert haben, sterben zu wollen. Zudem müsse nachgewiesen sein, "dass das Leben des Patienten nicht mehr lebenswert ist", so Rechl. Diese Aussage bezeichnete Ebenburger in einer E-Mail an mehrere Medien als "vollkommen unerträglich". Sie erinnere ihn an "schlimmsten Nazi-Jargon". Als Hausarzt und Delegierter des Hausärzteverbandes für die Oberpfalz sei er entsetzt: "Wer soll entscheiden, welches Leben lebenswert, nicht mehr lebenswert oder lebensunwert ist?", fragt e. "Ein Mensch, der so denkt, ist ein Unmensch. Ein Arzt, der so denkt, ist dieses Berufs unwürdig."

Die Kritik ist für Rechl nicht nachvollziehbar. "Wenn ich von ,liberal' spreche, meine ich, dass wir die Freiheit für den Arzt und Patienten fordern, dass sie im vertrauensvollen Zusammenwirken ... die beste und angemessenste Lösung finden." Und: "Wenn im Artikel von ,nicht mehr lebenswert' die Rede ist, bezieht sich dies ausschließlich auf die Sicht des Patienten." Falls er in dieser "für uns Menschen so wichtigen Frage" falsch verstanden worden sei, so bedauert Rechl das "zutiefst".
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