Amberger Jugendgipfel bringt einige fundierte Vorschläge
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Nicht nur der Rost hat seine Spuren hinterlassen an den Bahnen des Skateparks beim FC-Gelände, zwischen den einzelnen Platten klaffen auch Spalte und sie haben Dellen. Die Skater wünschen sich eine neue Anlage aus Beton, was die Stadt jetzt mal mit Plänen und Kostenrechnung prüfen will. Bild: Huber
Amberg. (ath) "Wir sind begeistert, was da kam. Ihr seid sehr engagiert und macht Euch viele Gedanken über das Leben in Amberg." Moderator Christoph Tresch war hin und weg. Zu Recht. Denn der Amberger Jugendgipfel brachte einige fundierte Vorschläge, die so gut sind, dass sie echte Chancen auf eine Umsetzung haben.

Zumindest sagte Oberbürgermeister Michael Cerny schon mal zu, dass die Ideen der jungen Leute wie Anträge der politischen Parteien im Stadtrat behandelt werden. Das heißt, dass ihre Anliegen ernsthaft geprüft und von der Verwaltung mit konkreten Überlegungen weiterentwickelt werden sollen. "Das ist formal zwar nicht ganz korrekt, aber des mach ma so", versprach der OB, der seinerseits vom konstruktiven Mitwirken der rund 100 Jugendlichen begeistert war.

Über zweieinhalb Stunden hatten sie bei sommerlicher Schwüle im Rathaussaal im doppelten Wortsinn gebrütet, um in Gruppen ihre Wünsche für ein "jugendfreudliches Amberg" - so der Arbeitstitel - zu Papier zu bringen. Das kam heraus:

Neue Bahn für Skater

Der Skatepark neben dem FC-Gelände ist ziemlich ramponiert. Seine Ramps und Lines aus Metall und Holz gehören sich eigentlich saniert - oder besser: ersetzt durch dauerhafte Bahnen aus Beton. Das ist der Wunsch der Skaterszene, für den die Stadt Verständnis hat. Sie will mit den Aktiven mal eine Planung entwickeln, wie etwas Neues aussehen kann - vielleicht auch an einem anderen Standort außerhalb des Vereinsareals, aber in Jugendzentrumsnähe. Damit lassen sich Kosten besser einschätzen, die zwar laut OB vom Stadtrat noch zu genehmigen sind. Aber bei den Entwürfen und später bei der Detailplanung sollen die Skater "dabei sein", was ihr dringender Wunsch war. Der OB machte Mut: "Wir werden das eintüten."

Interkulturelles Jugend-Fest

Die Integrationsklasse des Beruflichen Schulzentrums schlug ein interkulturelles Fest vor, bei dem sich in Amberg lebende Flüchtlinge und Einheimische näherkommen sollen. Das könnte durch gemeinsamen Sport wie ein völkerverbindendes Fußball- und Tennisturnier, aber auch Theater- und Tanzdarbietungen geschehen, die ganz besonders Kultur und Lebensgefühl anderer Nationen zeigen. Denn gerade die jungen Flüchtlinge wollen nicht nur auf die Probleme ihrer Herkunftsländer reduziert werden. Offen blieb die Frage, ob sich so ein Fest wegen des Sportgedankens eher beim Sport- und Jugendzentrum mit ihren Möglichkeiten realisieren lässt oder auch die Altstadt infrage käme. Letzteres bringe wohl mehr "Laufkundschaft" und "zentralere Aufmerksamkeit", hieß es in der Diskussion. Maltesergarten und die Alte Reitschule mit Saal und Küche könnten ebenso eine Alternative sein. Der OB zollte "Respekt vor diesem Mut" und signalisierte neben "monetärer" Beteiligung die Mithilfe des Bündnisses für Integration - auch der Stadtjugendring sagte breite Unterstützung zu.

Café: Malteser oder Roßmarkt

Ein Jugendtreff mitten im Altstadt- "Ei" und nicht weit draußen am Landesgartenschaugelände: Das schlugen Mädchen des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums vor und hatten dabei vor allem viele Schüler im Blick, die hier ab etwa 12.15 bis 22 Uhr eine Anlaufstelle zum "Chillen" und mehr finden könnten. Entweder in Maltesernähe oder noch zentraler am Roßmarkt, zum Beispiel in der ehemaligen Schlecker-Filiale, stellten sie sich einen offenen, Café-artigen Treff vor, der neben Musik in Abständen auch Motto- und Grill-Partys bieten sollte. Der OB fand das gut, sah darin gar eine "Belebung" der City, die die Stadt ja haben wolle. Und er versprach, "das mal auszuprobieren" und gemeinsam mit jungen Leuten "auf Ortssuche zu gehen".

Mehr Events und Open-air-Kino

Mehr Events für junge Leute, zum Beispiel Beach- und Band-Partys im Hockermühlbad, aber auch ein regelmäßiges Open-Air-Kino im Malteser-Innenhof: Das forderten Jugendliche der DLRG, die damit bei Stadt und Stadtjugendring offene Türen einrannten. Eine Art Festival im "Hocko" ist nämlich für nächstes Jahr schon in Planung und auch in Sachen Open-air-Kino hat das Kulturamt bereits Kontakt mit den Betreibern des neuen Multiplex aufgenommen.

Die können sich das laut Kulturreferent Wolfgang Dersch gut vorstellen - auch an der vorgeschlagenen Stelle im Malteser-Innenhof mit seinem hübschen Ambiente. Sobald die Anlaufphase des neuen Multiplex-Kinos bewältigt ist, wollen sich die Betreiber laut Dersch diesem Thema zuwenden.
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