Anekdoten und Musik für Kirche
Festprogramm

Püchersreuth. (ui) Das kulturelle Festprogramm zum 300. Geburtstag der Kirche setzt der "ChorDiSono" am Donnerstag, 14. Mai, um 17 Uhr fort. Die Palette der 14 Akteure reicht von traditionellen Liedern über Gospel bis Soul und Pop.

Festliche Sakralmusik präsentiert die Lobkowitzer Schlossmusik am Sonntag, 21. Juni, um 17 Uhr. Der Flosser Willibald Wirth, der in diesem Ensemble Geige und Bratsche spielt, musizierte mit Organisator Michael Raab einige Jahre zusammen im Salonorchester.

Orgel und Oboe lassen Hanns- Friedrich Kaiser und Edwin Sowisch am Sonntag, 12. Juli, um 17 Uhr erklingen. Der Weidener Kantor Kaiser und Sowisch, der als Lehrer beim Windsbacher Knabenchor tätig ist, kennen sich seit der Schulzeit bei den Windsbachern.

Bekannte aus Raabs mittelfränkischer Heimat sind Johannes Stürmer und Ulrike Koch. Mit festlicher Musik für Orgel und Trompete beschließen sie am Sonntag, 27. September, um 17 Uhr den Reigen der Jubiläumsveranstaltungen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Ausflugstipp Radweg zu den Simultankirchen

Püchersreuth. (ui) St. Peter und Paul liegt an Route 8 des Simultankirchen-Radwegs. Die 38 Kilometer lange Strecke führt von Neustadt über Störnstein nach Püchersreuth und weiter über Ilsenbach, Rotzendorf, Wildenau, Schönkirch und Plößberg sowie Floß wieder zurück.

Hintergrund Übungsort der Ökumene

Püchersreuth. (ui) 1652 führte Herzog Christian August in seinem Fürstentum Pfalz-Sulzbach das Simultaneum ein. Er ordnete an, dass die Kirchen von den evangelischen und katholischen Gemeinden gemeinsam genutzt werden sollten, heißt es in einer Information des evangelischen Dekanats Sulzbach-Rosenberg.

Der dortige Heimatpfleger Dr. Markus Lommer nannte das Simultaneum "einen Übungsort für das Zusammenwachsen der Konfessionen". Damit wollte der Herrscher, dessen Jugend vom Dreißigjährigen Krieg überschattet war, künftige Religionskriege verhindern.

Das Zusammenleben der Konfessionen war nicht immer spannungsfrei. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die meisten Simultaneen aufgelöst. Meist zog die kleinere Gemeinde aus, nachdem sie eine Ablöse erhalten und eine eigene Kirche gebaut hatte.

Püchersreuth ist typisch für diese Entwicklung. Der Ort gehörte während der Reformation zum Herzogtum Pfalz-Neuburg. 1584 wurde es eine eigenständige evangelisch-lutherische Pfarrei. Der "Kölner Vergleich" von 1652 garantierte den Christen beider Konfessionen auf dem Gebiet des Sulzbacher Fürsten gleiche Rechte. Gegen die Zusicherung der vollen Souveränität konvertierte Christian August vier Jahre später zum Katholizismus.

Sein Einflussbereich umfasste das Landgericht Sulzbach mit der Herrschaft Breitenstein, Teile des Gemeinschaftsamtes Parkstein-Weiden und das Pflegamt Floß. Zu Letzterem gehörte Püchersreuth. Der 1743 gestorbene Freiherr Hanns Christoph von Hund war von den Sulzbachern zum Pfleger des Flosser Amtes bestellt worden.
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