Angela Mehler-Wittmann referiert im Gemeindehaus
Hebamme gibt Tipps

Organisatorin Margita Sammel (links) bedankte sich bei Referentin Angela Mehler-Wittmann. Bild: hch
Hebamme Angela Mehler-Wittmann hat 20 Jahre Berufserfahrung. Deshalb kann man ihr Glauben schenken, wenn sie sagt: "Auch mit 80 Jahren kann man noch seine Beckenbodenmuskeln trainieren." Mit Bildern und Anschauungsobjekten informierte Mehler-Wittmann die Mitglieder des Katholischen Frauenbundes im Gemeindehaus Letzau über die sonst unsichtbare "Kraft der Mitte".

"Frauen sind in der Schwangerschaft und bei der Geburt besonders belastet. Danach hat jede Mutter eine Gebärmuttersenkung ersten Grades", erklärte sie. Leider nehmen nicht alle die von den Krankenkassen geförderten Rückbildungskurse wahr. In den Wechseljahren verliere das Beckenbodengewebe weiter an Spannkraft. Schließen die drei übereinander gelagerten Muskelschichten den Bauchraum von unten nicht mehr richtig ab, könne einem schon beim Niesen, Husten, Heben oder Lachen unkontrolliert die Blase tröpfeln.

Den Betroffenen sei dies oftmals so peinlich, dass sie nicht einmal ihren Hausarzt darauf ansprechen. Dabei gebe es genügend Alternativen wie etwa Beckenbodentraining, Unterspritzen der Harnröhre, Elektrostimulation, Biofeedback, medikamentöse oder operative Stabilisierung, Implantate sowie der Einsatz von Pessaren. "Es ist nur eine kleine Fläche, auf der sich jedoch eine Menge abspielt", sagte die Hebamme aus Niedermurach.

35 Prozent der 25- bis 35-jährigen Frauen seien harninkontinent und nirgendwo gebe es mehr Operationsmethoden als beim Beckenboden. Ungünstig seien Übergewicht, langes Sitzen und Stehen, falsches Heben, Rauchen, chronisches Husten, falsches Bauchmuskeltraining, Pressen während der Darmentleerung und "Schnüren" beim Wasserlassen. Kaffee, Cola, schwarzer Tee, Zitrusfrüchte, Alkohol, Zugluft und kalte Füße würden die Dehnungsrezeptoren aktivieren.

Der vorbeugende Gang zur Toilette sei ebenso wenig ratsam wie das zu lange Aufschieben bei Blasenentzündungen. Darunter würden Frauen wegen der um vier Zentimeter längeren Harnröhre häufiger als Männer leiden. "Gibt es praktische Übungen für zu Hause?", fragte Rita Kammerer. "Auf dem Fuße" übte Mehler-Wittmann das "ökonomische Sitzen" und "dynamische Stehen" mit den Frauen. "Das merken wir uns für die Singstunde", bedankte sich Organisatorin Margita Sammel.
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