Angemerkt Leichtmatrosen in der SPD

Drei Jahre vor der nächsten Landtagswahl steht Bayerns SPD am Scheideweg. Die Partei muss sich klar darüber werden, was sie sein will: Daueropposition oder mitgestaltender Koalitionspartner. Für Letzteres hat der mit Ach und Krach wiedergewählte Landeschef Florian Pronold geworben. Er ist dafür abgewatscht worden, weil vielen in Bayerns SPD jede Abkehr von der reinen Lehre als Vaterlandsverrat gilt. Einem hart arbeitenden, aber blassen Typen wie Pronold verzeiht man das nicht. Das fehlende Charisma kann man Pronold nicht vorwerfen, man hat es, oder man hat es nicht.

Es würde nicht weiter auffallen, gäbe es in Bayerns SPD Leute, die dieses Defizit kompensieren könnten. Aber Fraktionschef Markus Rinderpacher ist so gut wie abgetaucht, Generalsekretärin Natascha Kohnen wünschte man manchmal mehr Wadlbeißertum, und Lichtgestalten wie Nürnbergs OB Ulrich Maly halten kluge Reden, lassen sich aber nicht vor den Karren spannen. So bleibt es dabei: Im Vergleich zu den Seehofers, Söders und Aigners in der CSU wirken die SPD-Spitzenkräfte wie Leichtmatrosen, gegen deren Kurs große Teile der Mannschaft auch noch meutern.

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