Angemerkt Weniger Gülle produzieren

Ein Wasserschutzgebiet ist - wie der Name schon sagt - dazu da, das Grundwasser zu schützen. Eigentlich logisch, oder? Kaum zu glauben ist daher, dass Moosbacher Landwirte dort Gülle ausfahren dürfen. Ein absurder, hanebüchener Widerspruch. Die Regelung mag zwar aus den 1970er Jahren stammen und soll demnächst auch geändert werden. Die Frage muss aber erlaubt sein: Warum haben die Verantwortlichen in der Gemeinde das nicht schon längst getan?

Doch erhöhte Nitratwerte sind kein lokales Problem. Immerhin ist ein Viertel der bayerischen Böden belastet. Was könnte ein Auswege aus dieser Misere sein? Natürlich sind Politiker und Behörden gefordert. Aber die einfachste Lösung wäre sicherlich, weniger Gülle zu produzieren. Müssen riesige Stallungen oder extensive Viehhaltung denn wirklich sein? Hier sind aber nicht nur die Landwirte, sondern vor allem wieder einmal die Verbraucher in der Pflicht. Unser tägliches Fleisch gib uns heute: Jeder sollte sich einmal fragen, ob das tatsächlich nötig ist.

thorsten.schreiber@derneuetag.de

Hintergrund Enorme Wasserverluste

Moosbach. (tss) Die Gemeinde musste in der Vergangenheit große Wasserverluste beklagen. Doch die Situation wird besser. Erst am Mittwoch wurde ein Rohrbruch unmittelbar am Hochbehälter beseitigt, erklärt Bürgermeister Hermann Ach. Für Manfred Meier ist ein Verlust von 15,2 Prozent (Stand 2014) dennoch "ein großes Problem, normal sind 8 bis 10 Prozent".

Bei 39 Prozent wie in Tröbes müsste der Wasserwirtschaftsexperte ja schon fast einen Herzinfarkt bekommen. "Liegt es an der Messung oder an falschen Aufzeichnungen?" Ach vermutet dahinter einen Rohrbruch in einem Übergabestück. "Das Leitungsnetz muss saniert werden." Dafür liegt Etzgersrieth bei fast null Prozent.

Auswirkungen des Klimawandels

Moosbach. (tss) Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Trinkwasserqualität sind ebenfalls "schon schmerzlich spürbar", erläutert Manfred Meier - nicht nur in Kalifornien oder Brasilien. Die Jahresmenge an Niederschlägen ist zwar relativ konstant, nur die Verteilung ist anders.

Und starker Regen belastet Oberflächenquellen sehr. Daher untersucht das Wasserwirtschaftsamt diese Einflüsse auf Quellschüttungen in einem Projekt, das den Bereich zwischen Eslarn und Rötz abdeckt.
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