Anklage: "Sewol"-Passagiere blieben sich selbst überlassen
Todesstrafe für Kapitän gefordert

Ein halbes Jahr nach dem Untergang der Fähre "Sewol" mit etwa 300 Toten hat die Staatsanwaltschaft für den Kapitän die Todesstrafe gefordert. Lee Joon Seok (69) wird vorsätzliche Tötung vorgeworfen. Wegen desselben Vorwurfs beantragte die Anklage am Montag laut südkoreanischer Medien für drei Crewmitglieder lebenslange Haftstrafen. Die Seeleute hätten die Passagiere im Stich gelassen.

"Als Verantwortlicher für die Fähre hat der Kapitän seine Pflicht vernachlässigt, die von ihm verlangte, das Schiff erst zu verlassen, bis jeder Passagier von Bord gegangen ist", wurde ein Staatsanwalt zitiert. Elf weiteren Besatzungsmitgliedern drohen Haftstrafen von 15 bis 30 Jahren. Der Kapitän und seine Crew waren unter den Ersten, die sich in Sicherheit gebracht hatten. Das Urteil vor dem Bezirksgericht in Kwangju soll nächsten Monat verkündet werden.
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