Anlage soll im ersten Quartal 2016 fertig werden
Viel Luft beim Windrad-Bau

Noch bis September wird man rund um die geplante Windrad-Baustelle gut 700 Meter südlich von Hainstetten kaum Baumaschinen, nur einige rot angestrichene Holzpflöcke sehen, die den Standort markieren. Laut Voltgrün-Geschäftsführer Stefan Trummer wartet die Firma mit den Bauarbeiten bis in den Spätsommer, weil zum einen kein Zeitdruck besteht und zum anderen das ganze Brutgeschehen der Vögel im September abgeschlossen ist. Bild: upl
Freudenberg. (ll) Der Zeitdruck für den Bau des Freudenberger Windrads ist weg. Zwar gilt noch, dass für Anlagen, die erst 2016 ans Netz gehen, die Einspeisevergütung sinkt. Und es ist klar, dass dieses Projekt 2015 nicht mehr fertig wird. Rentabel bleibt es aber. Dafür sorgt ein neues Rechenmodell.

Stefan Trummer, der Geschäftsführer der Regensburger Firma Voltgrün, die das Windrad projektiert, sieht das alles inzwischen viel entspannter als kurz nach der Genehmigung im März. "Wir haben jetzt relativ viel Luft", erklärt er, warum an der vorgesehenen Baustelle noch nichts gerodet ist. Die Anlage soll nun im ersten Quartal 2016 fertig werden, da reiche es, damit im September anzufangen.

Lieferung das Problem

Bereits im März hatte Trummer gegenüber unserer Zeitung eingeräumt, Voltgrün habe erst nach erfolgter Genehmigung mit dem Hersteller Vestas über die Lieferung des Windrads zu verhandeln begonnen. "Aber wir haben keine Garantie, dass bis Ende 2015 eine Anlage verfügbar ist."

Jetzt sieht der Zeitplan laut Trummer vor, dass man eventuell schon im August die ersten Kabel verlegt, im September mit der Rodung beginnt, anschließend die Fundamente baut - "und dann warten wir auf Vestas". Im Dezember Baubeginn für das Windrad selbst, im Januar oder Februar Inbetriebnahme, so kalkuliert Trummer derzeit. "Es wird also eine Winterbaustelle."

Der Turm selbst müsste dann nach Trummers Einschätzung recht schnell stehen, weil er eine reine Stahlrohrkonstruktion ist. Die ließen sich schneller zusammenfügen als die bisher in unserer Region gängigen Hybrid-Türme mit Betonteilen.

Für neue Technik nehmen die Voltgrün-Verantwortlichen dort zusätzliches Geld in die Hand, wo es um Schallschutz geht. "Wir halten zwar auch ohne alle Grenzwerte ein, aber wir haben uns entschieden, die Anlage noch mit Serrations nachzurüsten", sagt Trummer. Das sind spezielle Kämme, die an den Kanten der Flügelblätter angebracht werden, um dort Luft-Turbulenzen zu verhindern und so die Flügelgeräusche deutlich zu reduzieren.

"Damit sind wir ein paar Dezibel leiser und haben mit Rücksicht auf die Anlieger von unserer Seite aus alles gemacht, was möglich ist", meint der Diplom-Ingenieur. Eine Reduzierung um etwa zwei Dezibel bekomme man damit auf jeden Fall. Drei Dezibel gelten bereits als Halbierung des Ausgangslärms.

Dass die Einspeisevergütung für neuen Windstrom mit dem Jahreswechsel von 2015 auf 2016 sinkt, ist in Trummers Augen schon ein Nachteil. Er werde aber zum Großteil dadurch ausgeglichen, dass man die garantierte Einspeisevergütung (wird gezahlt für 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme) dann fast 21 Jahre in Anspruch nehmen könne. Da gebe es verschiedene Berechnungsmodelle, aber die meisten gingen hier von einem Nullsummenspiel aus; man habe also zunächst keine gravierenden Einbußen. "Sollten wir allerdings erst in April in Betrieb gehen, wäre der Schaden schon größer, so etwa im fünfstelligen Bereich. Denn 2016 kommt auch die quartalsweise Absenkung der Einspeisevergütung."

Weniger Gesellschafter

Bei der Betriebsform der Anlage hat sich Voltgrün für eine Klein-KG (Kommanditgesellschaft) entschieden. Im Vergleich mit der Bürgerwind-Gesellschaft Freudenberg und ihren benachbarten zwei Windrädern sind daran deutlich weniger Gesellschafter beteiligt. Die Klein-KG bestehe aus "mehreren Privatpersonen aus dem näheren Umfeld" des Standorts, sagt Trummer. Diese reduzierte Form habe einen großen Vorteil: Man müsse dafür keinen Prospekt nach den Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) erstellen.
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