Anonymous: Mit digitaler Keule gegen die IS-Hydra

Den Islamischen Staat zu vernichten, ist im wahrsten Sinne eine Herkulesarbeit. Frankreich intensiviert die Luftschläge, die Peschmerga-Kämpfer haben Boden gutgemacht. Doch der IS scheint kaum geschwächt.

Nun hat sich auch Anonymous eingeschaltet. Der lose Hacker-Verbund will mit digitalen Waffen angreifen. Das Ziel: Twitter- und E-Mail-Konten sowie Webseiten der Terrormiliz. Sie sollen für Ermittler identifiziert, Daten gesammelt werden. Die Durchschlagskraft der Cyber-Attacken wird von einigen der Experten - angesichts weiterer, versteckter Kommunikationswege - infrage gestellt.

Die Terroristen reagieren auf die Kampfansage dann auch spöttisch: "Was wollen die denn hacken?" Das klingt sehr selbstbewusst, aber der Schein trügt. IS-Leute verschickten wenig später teils extreme Online-Sicherheits-Regeln an ihre Kämpfer. Im Gegensatz zu militärischen Angriffen ist diese virtuelle Bedrohung eben nur schwer einzuschätzen. Wenn Anonymous den Nachschub stört - Geldgeber unter Druck setzt und Anwerbe-Plattformen zerstört - trifft das den IS hart.

Bislang schien es durch den stetigen Zulauf zum IS, dass für einen Kopf, den man der Bestie abschlägt, zwei nachwachsen. Auch Herkules konnte die vielköpfige Hydra erst töten, als er die kopflosen Hälse ausbrannte, damit diese nicht mehr nachwachsen konnten. Anonymous könnte die Fackel dafür sein.

tobias.schwarzmeier@derneuetag.de
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