AOK Bayern fordert von Hausärzten insgesamt 12,5 Millionen Euro zurück
Schriller Streit kurz vor dem Fest

Die AOK Bayern verlangt von rund 2700 Hausärzten im Freistaat insgesamt 12,5 Millionen Euro wegen fehlerhafter Abrechnungen zurück. Teilnehmer am Hausarztvertrag hätten vor allem Beratungen zu Arzneimitteln falsch abgerechnet, erklärte die AOK am Montag. Der Bayerische Hausärzteverband hält die Rückforderungen für vertragswidrig und spricht von "Gutsherrenart", gegen die sich die Ärzte "mit allen Mitteln zur Wehr setzen" wollen.

Die mit 4,3 Millionen Versicherten mit Abstand größte Kasse im Freistaat und der Hausärzteverband streiten schon seit Jahren über die Ausgestaltung ihres sogenannten Hausarztvertrags. Die Bundesregierung schreibt den gesetzlichen Kassen vor, dass sie solche Sonderverträge anbieten müssen. Sie sollen für die Hausärzte eine bessere Bezahlung ermöglichen und für die Patienten eine bessere Versorgung.

Fehlerhafte Abrechnungen

Nachprüfungen hätten nun ergeben, dass die bayerischen Hausärzte eine "extrem hohe Zahl fehlerhafter Abrechnungen" eingereicht hätten, erklärte die Kasse. Die höchste Rückforderung gegen einen einzelnen Arzt summiere sich auf fast 100 000 Euro. Das Ergebnis der Abrechnungsprüfung sei "niederschmetternd", heißt es von der AOK Bayern. Die Kasse sei verpflichtet, falsch abgerechnete Gelder zurückzufordern. Es gebe im Interesse der Beitragszahler keinen Ermessensspielraum.

Der Bayerische Hausärzteverband sieht den Konflikt völlig anders: Etliche Mediziner hätten falsche Abrechnungen eingereicht, räumte ein Sprecher ein, doch das geschehe im Arbeitsalltag immer wieder. Die Art und Weise, wie die AOK zum Teil existenzbedrohende Forderungen kurz vor Weihnachten stelle, sei "perfide" und ein "gezielt geplanter Angriff". Der Verbandsvorsitzende Dieter Geis forderte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) auf, gegen das Vorgehen der AOK einzuschreiten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Gesundheitsminister (1235)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.