Apokalypse an der Côte d'Azur

Innerhalb von Stunden verwandeln heftige Regenfälle Teile der Côte d'Azur in ein Katastrophengebiet. Mindestens 17 Menschen sterben in den Wassermassen. Andere werden in dramatischen Einsätzen gerettet.

"Apokalypse", "Desaster", "Katastrophe". In den Orten entlang der Côte d'Azur suchen die Menschen am Sonntag Worte für die heftigen Zerstörungen infolge von Überschwemmungen und Sturmböen. Mindestens 17 Menschen kommen bei den Unwettern ums Leben.

Stunden später strahlt das Wetter schon wieder, aber die Sonne scheint auf eine streckenweise verwüstete Küstenregion: umgestürzte Bäume, übereinandergeschobene Autos, weggespülte Erdmassen, überflutete Felder, vollgelaufene Keller, Garagen, Verbindungstunnel. Wenige Stunden intensivster Regenfälle verwandeln über Nacht eine der beliebtesten französischen Ferienregionen in ein Chaos aus Schlamm und Wasser.

In Orten auf einer Strecke von rund 30 Kilometern, die auch viele deutsche Touristen vor allem mit Ferien und Erholung verbinden, zeigen sich verunsicherte Einwohner und schockierte Besucher von Zerstörung gezeichnet. Antibes, Cannes, Nizza - aus vielen Teilen des Départements Alpes-Maritimes an der Grenze zu Italien kommen Bilder der Verwüstung. Wassermassen und Sturmböen machen Straßen unpassierbar, legen Zugverbindungen lahm, unterbrechen die Stromversorgung für Tausende Haushalte.

Wie aus Eimern

Bereits am Samstag baut sich nahe Marseille kurzfristig ein unheilverkündender Tornado auf. In der Nacht zu Sonntag fällt dann in einigen Bereichen der Region innerhalb von Stunden mehr Niederschlag als sonst in zwei Monaten. In Cannes etwa werden 195 Millimeter Regen in 24 Stunden gemessen, allein 107 Millimeter davon in nur zwei Stunden.

Die Wassermassen verursachen bis zu zwei Meter hohe Wellen, denen viele Menschen hilflos ausgesetzt sind. Im kleinen Biot überflutet das Wasser das Gelände eines Alterssitzes. In den kleinen, einzeln stehenden Gebäuden werden die Einwohner überrascht. Drei Menschen kommen ums Leben, andere Bewohner können gerettet werden.

Anderen wird ihr Auto zum Verhängnis. In Mandelieu-la-Napoule sterben sieben Menschen, die ihre Fahrzeuge aus einer Tiefgarage in Sicherheit bringen wollen, für drei Insassen eines Autos wird ein überfluteter Tunnel in Vallauris Golfe-Juan bei Cannes zur tödlichen Falle. Die Campingplätze der Urlaubsgegend sind den Wassermassen schutzlos ausgeliefert. In Antibes stirbt ein Mensch auf einem Campingplatz.
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