Arte zeigt heute "Mein genetisches Ich"
Doku über Einfluss der Gene

Formen uns die Gene stärker als die Eltern? Oder sagt der genetische Code nur aus, warum man so aussieht, wie man aussieht, und welche Krankheiten man später wahrscheinlich bekommt? Die dänische Journalistin und Neurobiologin Lone Frank entschloss sich zu einem ungewöhnlichen Selbstversuch. Sie befragte Psychologen und Genetiker über Vererbung, Umwelteinflüsse und die Auswirkungen der Gene auf die eigene Persönlichkeit. Die renommierte Dokumentarfilmerin Pernille Rose Gronkjaer begleitete das Vorhaben und hielt die Stationen der Forschungsreise mit der Kamera fest. Arte strahlt die Dokumentation "Mein genetisches Ich" am Freitag, 3. Juli, um 21.40 Uhr aus.

Am Anfang stand für Lone Frank ein Schock - eine vielversprechende Beziehung zu einem attraktiven Mann war schon nach dem ersten gemeinsam verbrachten Wochenende vorbei. Sie hatte sich selbst als charmant und geistreich erlebt. Doch als sie ihn beim Abschied zu sich nach Hause einlud, sagte er, dass er sie niemals wiedersehen wolle. Sie sei viel zu zornig und aggressiv. Die Neurobiologin wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass ihr zwischenmenschliche Beziehungen nicht leicht fielen. Sie beschloss, Konsequenzen aus dieser Erfahrung zu ziehen und zu erforschen, welchen Einfluss ihr genetischer Code auf ihre Persönlichkeit hat.

Fünf Faktoren-Modell

Franks erste Station war die Praxis eines anerkannten Genetikers. Dort beantwortete sie 200 Fragen und ließ einen genetischen Stammbaum sowie eine Gen-Karte erstellen. Ein Psychologe interpretierte anschließend die Ergebnisse auf der Basis des gängigsten wissenschaftlichen Werkzeugs, des sogenannten Fünf-Faktoren-Modells. Gen-Karte und Fragebögen enthüllten wichtige Dimensionen ihrer Persönlichkeit wie Emotionalität oder Offenheit. Sie zeigten, so erzählt sie anschaulich, dass sie zu den Menschen gehöre, die sich große Sorgen um alles machen und das Leben wie eine Last auf den Schultern tragen.

Mit viel Stoff zum Nachdenken ausgestattet ließ Frank ihre Kindheit mit alten Fotos noch einmal Revue passieren. Gene und Umwelt treffen im Gehirn aufeinander und ergeben durch dessen Plastizität zahlreiche Möglichkeiten - das zeigen Frank und Gronkjaer in ihrer vielschichtigen Dokumentation. Der Film informiert nicht nur über den Stand der Forschung, sondern enthält auch eine Menge praktische Lebenshilfe.
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