Auch die USA diskutieren nach Masern-Ausbruch über Impfpflicht
Aus Übersee eingeschleppt

Alles begann im «Disneyland»: Jemand habe dort vermutlich aus Übersee im Dezember die Masern eingeschleppt, sagt die US-Gesundheitsbehörde CDC.

New York. (dpa) Alles begann im «Disneyland»: Jemand habe dort vermutlich aus Übersee im Dezember die Masern eingeschleppt, sagt die US-Gesundheitsbehörde CDC. Insgesamt 118 Masern-Fälle gab es infolge dieser Infektion seitdem bislang. Zwei weitere Masern-Ausbrüche verursachten mehr als 30 weitere Ansteckungen. Insgesamt sind 17 Bundesstaaten betroffen. Bereits im vergangenen Jahr gab es der CDC zufolge 644 Masern-Fälle - so viele wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, als die Krankheit in den USA eigentlich für ausgerottet erklärt worden war.

Die neuen Ausbrüche haben auch in den USA die Debatte über eine Impfpflicht wieder aufflammen lassen. Die meisten Schulen schreiben die Impfung bereits jetzt vor. Die meisten Bundesstaaten lassen allerdings Ausnahmen aus religiösen oder moralischen Gründen zu. Zehntausende Eltern haben nach Angaben des CDC von diesen Ausnahmeregelungen Gebrauch gemacht und ihre Kinder nicht impfen lassen - meist entweder aus Argwohn gegen die Regierung oder gegen die Pharmaindustrie oder aus religiösen oder moralischen Gründen. Insgesamt sind nach Schätzungen von Ärzten rund ein Zehntel der Kinder in den USA nicht ausreichend geschützt.

In den Medien und sozialen Netzwerken wird das Thema Masernimpfung scharf diskutiert. Die US-Regierung ist bislang nicht für eine Impfpflicht, hat aber klar und deutlich mitgeteilt: «Eltern im ganzen Land haben die Verantwortung, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen.