Auch Schaulustige üben

Abtransport in Schutzanzügen: Am Bahnhof Haidenaab-Göppmannsbühl wurde ein Giftgas-Unfall simuliert. Bild: Stiegler

Ein Eisenbahnunglück mit Toten und Verletzten, Giftstoffe gelangen in die Umwelt. Im Landkreis Bayreuth wurde zum Glück nur für den Katastrophenfall geübt - mit einer wegweisenden Neuerung.

Es war die ganz große Katastrophe, die sich an Allerheiligen rund um den Bahnhof Haidenaab-Göppmannsbühl (Kreis Bayreuth) abspielte - allerdings nur zu Übungszwecken. Auf den Bahngleisen lagen Tote und Verletzte, überall war Blut zu sehen und außerdem traten für Mensch und Natur giftige Stoffe aus. Vorausgegangen war eine Kollision eines Güterzuges, der mit Gefahrgut beladen war, mit einem Tanklastwagen, der auf die Gleise gerutscht war. In die Unfallstelle hinein krachte dann noch ein Personenzug: Insgesamt gab es 33 Verletzte, von denen zwölf ihren schweren Verletzungen erlegen sind.

Fast 500 Einsatzkräfte

Der Landkreis Bayreuth hatte den Ernstfall in Sachen Katastrophenschutz geprobt. Knapp 500 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus den gesamten Landkreis und der Stadt Bayreuth, des BRK, der Malteser, des Technischen Hilfswerkes (THW) sowie von Polizei und Bahnpolizei waren vor Ort, um für den "Super-Gau" unter Realbedingungen - inklusive Schaulustiger - zu üben.

Bei der Katastrophenschutzübung wurde von Landrat Hübner und dem Bayerischen Innen-Staatssekretär Gerhard Eck in Bayreuth auch der Startknopf für das Pilotprojekt "EWF (Emergency-Warning-Functionality) -System" gedrückt: Dadurch soll künftig eine landesweite Warnung der Bevölkerung bei Großschadensereignissen oder im Katastrophenfall über Digitalradio möglich sein.
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