Auf 50 Patienten eingerichtet

Die Pflegekräfte müssen sich beim An- und Ablegen der Schutzanzüge an eine detailliert vorgeschriebene Prozedur halten. Bild: dpa

Zwei Klinik-Mitarbeiter haben sich außerhalb Afrikas mit Ebola angesteckt - die Angst vor dem Virus nimmt zu. 50 Patienten könnte Deutschland aufnehmen. Niedersachsen will sich vor möglicherweise infizierten Flüchtlingen schützen.

Deutschland ist auf die Aufnahme von bis zu 50 Ebola-Patienten vorbereitet. Derzeit ist laut Bundesregierung aber kein neuer Fall konkret absehbar. "Momentan stehen 50 Betten bereit, die unmittelbar eingesetzt werden können", sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin. Deutschland sei auch vorbereitet, weitere Patienten ins Land zu lassen - nach den bisher drei Behandlungen nichtdeutscher Helfer auf internationale Anfrage hin in Hamburg, Frankfurt und Leipzig.

Flughäfen vorbereitet

Das deutschlandweite Netz an Behandlungszentren, die auf hochansteckende Krankheiten spezialisiert seien, genieße auch international einen guten Ruf, so die Sprecherin weiter. "Diese Fälle werden regelmäßig geübt." In Frankfurt, Düsseldorf, München und Hamburg gebe es zudem spezialisierte Flughäfen, an die Flugzeuge bei Verdachtsfällen umgeleitet werden könnten.

Eine versehentliche Einschleppung des Erregers nach Deutschland hält das Robert Koch-Institut (RKI) für nicht ausgeschlossen. "Das Risiko ist gering, aber wir müssen natürlich damit rechnen", sagte der Vize-Präsident des Berliner RKI, Lars Schaade, im ZDF-Morgenmagazin. Gegen mögliche Ebola-Fälle rüstet sich Niedersachsen in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Eine Strategiegruppe treffe Vorsorgemaßnahmen in den Lagern in Friedland, Bramsche und Braunschweig, sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Aktuell zwei Patienten

Rettungswesen, Polizei sowie Brand- und Katastrophenschutz arbeiteten zusammen. Demnach sind die Gesundheitsstationen nun rund um die Uhr geöffnet, für Untersuchungen wurden separate Räume eingerichtet. Zudem wird das Personal geschult. In Deutschland werden momentan zwei Ebola-Patienten behandelt: in Frankfurt und Leipzig.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat weit über 8000 Ebola-Fälle in den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert. Mehr als 4000 Menschen starben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
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