Auf dem Land funktioniert die Integration

Ebenfalls in einer ländlichen Region sind in Neuhaus bei Windischeschenbach - dezentral - acht unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge aus Eritrea, Mali und Afghanistan untergebracht: In einem Einfamilienhaus, das bis vor wenigen Jahren bewohnt war.

Nach Auskunft der Hausbesitzerin gibt es zwischen den orthodoxen Christen und Muslimen keinerlei Probleme ("wir glauben alle an den einen Gott"), ebenso wenig mit der Nachbarschaft. Die Neuhauser zeigen sich den jungen Asylbewerbern gegenüber recht aufgeschlossen: "Vor allem auch ältere Leute, die selber vertrieben worden sind." Die "netten, zuvorkommenden" jungen Männer sind tagsüber beim Michaelswerk in Grafenwöhr und in der Berufsschule ziemlich eingespannt. In der knappen verbleibenden Zeit haben sie sich selber zu versorgen (putzen, waschen, kochen) und unterliegen einer professionellen Betreuung mit strikten Regeln. So gilt im und um das Haus ein strenges Alkohol- und im Haus ein Rauchverbot. "Sogar die Mülltrennung funktioniert." Eine Reihe von Neuhausern kümmert sich ehrenamtlich um die Asylbewerber, etwa bei der Hausaufgaben-Betreuung und beim Lernen der deutschen Sprache.

An den Wochenenden und in den Ferien waren die Asylbewerber schon bei den Pfadfindern, der Feuerwehr und bei verschiedenen Festivitäten wie dem "Brunnenfest" zu Gast. Einer spielt Fußball bei der DJK Neuhaus. (cf)
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