Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen dauert länger
«Nicht abreißender Strom von Meldungen»

Symbolbild: dpa
Regensburg. (dpa) Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen zieht sich hin. Der mit der Untersuchung beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber teilte am Samstag mit, dass ihn nach wie vor Betroffene kontaktierten. Weber sprach von einem «nicht abreißenden Strom von Meldungen». Für kommenden Februar kündigte er einen ersten Zwischenbericht an. Zuvor war für das Frühjahr bereits mit seinem Abschlussbericht gerechnet worden.

Die Diözese verhalte sich in der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kooperativ. «Mir wurden und werden alle Unterlagen zugänglich gemacht, die ich anfordere», schrieb Weber.

Kircheninternen Nachforschungen zufolge waren im Bistum Regensburg seit 1945 rund 80 Kinder von Priestern und Lehrern sexuell missbraucht worden, darunter auch bei dem weltberühmten Chor. Im Februar hatte das Bistum bereits über körperliche Gewalt berichtet und eingeräumt, dass in der Vorschule der Domspatzen der langjährige Direktor und mehrere andere Lehrer über Jahrzehnte Kinder misshandelt hätten.

Betroffene hatten von Schlägen mit Fäusten, Stöcken und einem Schlüsselbund berichtet. Das Bistum hatte eine ergebnisoffene Aufarbeitung zugesagt und Weber als langjährigen Opferanwalt der Opferschutzorganisation Weisser Ring mit dem Fall beauftragt.
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