Aufklären und ausbauen
Angemerkt

Sebastian Deisler beendete im besten Fußballalter von 27 Jahren seine Karriere, der ehemalige Nationaltorhüter Robert Enke nahm sich das Leben und auch Schauspieler Robin Williams beging Suizid. Sie alle litten unter Depressionen. Sie alle lösten einen öffentlichen Aufschrei nach mehr Toleranz und Verständnis für die Krankheit aus.

Angesichts der etwa vier Millionen Menschen in Deutschland, die an einer Depression leiden, die mehr oder weniger ausgeprägt ist, und der ausgebliebenen Maßnahmen, sind die Aufschreie jedoch weitestgehend ungehört geblieben. Zwar sind die Hemmschwellen, offen mit dem Thema umzugehen, gesunken - der Anstieg der Diagnosen belegt das. In der öffentlichen Wahrnehmung gilt die Krankheit allerdings oft noch als menschliche Schwäche. Gezielte Aufklärung und Kampagnen müssen her.

Außerdem braucht es einen Ausbau des medizinisches Versorgungsnetzes. Es darf nicht sein, dass Betroffene oft bis zu einem halben Jahr auf einen Termin beim Psychotherapeuten warten müssen. Dr. Stefan Gerhardinger von der Caritas-Beratungsstelle fordert eine zentrale Leitstelle als Anlaufpunkt für Patienten. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

christopher.dotzler@derneuetag.de
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