Aufständische kündigen neuen Angriff an - Fast 1700 afghanische Ex-Helfer wollen nach ...
Truppen vertreiben Taliban aus Kundus

Mit Unterstützung ausländischer Truppen hat die afghanische Armee am Donnerstag wieder die Kontrolle über Kundus übernommen. Bild: dpa
Drei Tage nach der Eroberung von Kundus durch die Taliban haben afghanische und ausländische Truppen die Aufständischen aus dem Zentrum der nordafghanischen Provinzhauptstadt vertrieben. "Wir haben die Stadt Kundus zurückerobert", sagte der amtierende Provinzgouverneur Hamdullah Daneschi am Donnerstag. Die Aufständischen bestätigten den Rückzug und kündigten gleichzeitig einen erneuten Angriff an.

Daneschi sagte, an der Offensive zur Rückeroberung von Kundus hätten 600 bis 700 afghanische Sicherheitskräfte teilgenommen. An dem Bodeneinsatz seien auch ausländische Truppen beteiligt gewesen, die außerdem mit Luftangriffen unterstützt hätten. 136 Taliban-Kämpfer seien getötet worden. Nach einem "Spiegel"-Bericht will die Bundesregierung den Bundeswehreinsatz in Afghanistan über 2017 hinaus verlängern, falls auch die US-Streitkräfte so lange im Land bleiben.

Unterdessen wollen fast 1700 ehemalige afghanische Mitarbeiter der Bundeswehr und deutscher Behörden in Afghanistan nach Deutschland, aber nicht einmal jeder Zweite wird aufgenommen. In 661 Fällen sei eine Gefährdung festgestellt und daher eine Aufnahmegenehmigung erteilt worden, teilte das Bundesinnenministerium mit. Das entspricht 40 Prozent der Anträge. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte sich im April für eine schnellere und großzügigere Aufnahme der Ortskräfte ausgesprochen. Die Anerkennungsquote hat sich seitdem allerdings nicht merklich verbessert.
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